Brauner: Wien im Spitzenfeld bei Mädchen in Fachhochschulen

Problem: ungleiche Bezahlung und oftmals keine Anstellung

Wien, (OTS) Einer neuen Untersuchung des Frauenbüros der Stadt Wien zu Folge liegt Wien österreichweit im Spitzenfeld in Bezug
auf den Frauenanteil an Fachhochschulen, wie Frauenstadträtin,
Mag. Renate Brauner, Montag, gegenüber der Ratshauskorrespondenz erklärte. "Verglichen mit den übrigen Bundesländern lag die Frauenquote des Wiener Fachhochschulsektors in den Jahren 1998/99 mit 36 Prozent an zweiter Stelle, hinter dem Burgenland (48
Prozent) und vor Niederösterreich mit 35 Prozent", zitierte
Brauner aus der Studie. Der gesamtösterreichische Schnitt lag bei 28 Prozent, also 8 Prozent unter dem Frauenanteil der Wiener Fachhochschulen. Als "enttäuschend" bezeichnete Brauner die Tatsache, dass junge Absolventinnen aber immer noch weniger verdienen und auch seltener eine fixe Anstellung erhalten, als
ihre Kollegen. Die Stadträtin richtete daher einen dringlichen Appell an die Wirtschaft, "dieses Potential junger
Arbeitnehmerinnen mit einer Topausbildung nicht zu übergehen und den jungen Frauen durch gleiches Gehalt und eine Anstellung eine echte Chance im Erwerbsalltag zu geben!" ****

Insgesamt, so Brauner weiter, liege aber die
Erwerbsbeteiligung der AbsolventInnen einer Fachhochschule sehr hoch: nur 2,2 Prozent der AbgängerInnen einer Fachhochschule waren arbeitslos gemeldet. Aber - siehe oben - jede vierte Frau befand sich nur in einem befristeten Arbeitsverhältnis (bei Männern:
Jeder fünfte).

Ein weiterer Unterschied zwischen weiblichen und männlichen AbsolventInnen zeigt sich bei der Position: Männer finden sich in mittleren Positionen und aufwärts - Frauenkarrieren hingegen begannen eine Stufe tiefer und endeten meistens vor der Führungsetage. "Die gläserne Decke wird leider auch in diesem Bereich eingezogen", kritisiert Brauner.

Zusätzlich ist augenfällig, dass Frauen - wie leider noch immer in den meisten Bereichen der Privatwirtschaft - weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen mit der gleichen Qualifikation. So verdienten Männer beim Berufseinstieg satte 24 Prozent mehr als Frauen, und auch beim weiteren Fortkommen steigt das Gehalt der Männer relativ zügig an, während das der Frauen im gleichen Zeitraum unverändert blieb. Ein, für Brauner, "höchst unbefriedigender Zustand".

Der Wiener Fachhochschulsektor

Wien hat derzeit den größten Studierendenanteil im österreichischen Fachhochschulbereich. Nach den untersuchten
Zahlen des Wissenschaftsministeriums für das Wintersemester
1998/99 studierten in Wien 1780 Menschen an einer Fachhochschule, dicht gefolgt von Niederösterreich mit 1720 StudentInnen. Platz vier und fünf, mit zirka 1000 Studierenden, belegen die Steiermark und Oberösterreich. Alle weiteren Bundesländer liegen mit etwa 400 bis 600 StudentInnen weit ab.

In dem untersuchten Studienjahr 1998/99 wurden in Wien
insgesamt neun Studiengänge angeboten. Seit dem Studienjahr 1999/2000 wurde das Angebot durch den Studiengang "Informationsberufe, Medien" erweitert. In den nächsten fünf Jahren werden zudem 150 Millionen Schilling für Fachhochschulen investiert.

Anlässlich der neuesten Erkenntnisse der Wirtschafts- bzw. Arbeitsmarktforschung sind aber weitere Ausbildungsangebote vor allem im Bereiche der Informations- und Kommunikationstechnologien erforderlich. "Gerade ein Wirtschaftsstandort wie Wien hat hier
gute Aussichten", zeigte sich Brauner überzeugt und betonte weiters, dass man "vor allem Mädchen Chancen in diesen Zukunftsbranchen geben muss." Brauner schloss sich daher in diesem Zusammenhang der Forderung von Finanzstadträtin Ederer an, wonach die Bundesverwaltung die Bewilligungsverfahren für die Zulassung von Fachhochschulen beschleunigen soll. "Zeit ist einer der wichtigsten Faktoren, um nicht den Anschluss an die Zukunft zu verlieren", betonte Brauner abschließend die Notwendigkeit von Investitionen in die Ausbildung junger Menschen. (Schluss) kat

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