Pensionsreform muss Pensionen der heute 30-jährigen sichern

Wirtschaft für finanzielle Absicherung ihrer MitarbeiterInnen -Belangsendung der WKÖ am 12.4.2000, Ö1

Wien (PWK) - Eine Pensionsreform, das beteuert jedenfalls die Regierung, ist notwendig, um die Pensionen der heute 30-jährigen zu sichern. Gleichzeitig soll damit das Budget um 15 Milliarden Schilling entlastet werden. Wie beurteilt der designierte Wirtschaftskammer-Präsident Dr. Christoph Leitl dieses Reformpaket?

Leitl: "Ich halte es für gut und richtig, wenn sich eine neue Regierung für die langfristige Sicherung der Pensionen einsetzt, denn das erwarten die Leute von ihr. Und das wird auch die Unterstützung der Wirtschaft finden, denn es ist der Wirtschaft nicht egal, wie die finanzielle Absicherung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dann nach der Aktivitätszeit in ihrem Ruhestand geregelt ist. Sie leisten jetzt ordentliche und gute Arbeit und sie sollen nachher auch eine ordentliche und anständige Pension erhalten."

Das Dilemma bei der Sicherung der Pensionen besteht einerseits darin, dass immer mehr Menschen immer länger leben und es deshalb immer mehr Pensionsbezieher gibt. Andererseits: Wer länger arbeitet, verursacht seinem Betrieb höhere Arbeitskosten. Das verkraften viele Unternehmen nicht. Dr. Leitl nennt Ansätze dafür, wie diese Schere überbrückt werden könnte.

"Das, was wir tun müssen, ist bei älteren Arbeitnehmern die Lohnnebenkosten abzusenken. Das neue Abfertigungsmodell sieht hier Absenkungen vor. Aber wir sollten auch überlegen, ob wir gerade ältere Menschen nicht auch von gewissen sonstigen Lohnnebenkosten, beispielsweise Arbeitslosenversicherung usw, befreien. Auf der anderen Seite sollen die Betriebe auch durchaus bereit sein, ältere Menschen zu beschäftigen. Also ich sehe überhaupt kein Problem, warum nicht ein 60-jähriger bis 62 im Betrieb arbeiten sollte, wenn er will. Wenn er nicht will, dann soll er auch diese Freiheit haben. Dann allerdings mit Abschlägen von seiner Pension. Und wenn er länger arbeiten will, ja dann soll er länger arbeiten können, aber mit entsprechenden Zuschlägen zur Pension. Und ich glaube, wir sollten viel mehr in diesen beiden Bereichen "Frühere Pension, geringere Pension" oder "spätere Pension, höhere Pension" denken. Und wenn uns das gelingt, dann haben die Menschen Wahlfreiheit und unser Finanzierungssystem ist leichter gesichert."

Eine Langzeitforderung der Wirtschaft, die nun ins Regierungsprogramm Einzug gehalten hat, ist die Umwandlung der alten Abfertigungssregeln in ein Pensionskassensystem. Dr. Leitl erklärt, warum er das für sinnvoll hält.

"Am neuen Pensionskassensystem gefällt mir, dass Kleinstbetriebe zum Beispiel mit drei Beschäftigten, wenn plötzlich die Abfertigung für zwei Mitarbeiter fällig wird, nicht praktisch in die Pleite hineinrutschen. Das war bis jetzt der Fall, da habe ich einige Beispiele persönlich miterlebt. Ich freue mich, dass die Abfertigung, die ja längst ihre ursprüngliche Bedeutung verloren hat, für neue Dienstverhältnisse eine Pensionszusatzfinanzierung wird, das ist im Interesse vor allem der kleineren Betriebe sehr sinnvoll." (pt)

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