"Neues Volksblatt" Kommentar: "Elchtest" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 8. April 2000

Linz (OTS) - Man kann SPÖ und Grünen dankbar sein, dass sie der Regierung Schüssel-Riess-Passer jede Schonfrist verweigert hatten. Der neuen Regierung blieb so gar nichts anders übrig, als ein atemberaubendes Tempo hinzulegen. (Die SPÖ als Opposition hat jedenfalls Mühe, sich ähnlich rasch in ihrer neuen Rolle zurechtzufinden). Für die Regierung wird es allerdings zusehends schwieriger, ihr Anfangstempo zu halten, der Weg wird steiler und steiniger. Jetzt kommen Streckenabschnitte, auf denen mit zunehmendem Querverkehr zu rechnen ist. Da gibt es Hürden, die der Regierungspartner FPÖ aufbaut, um sich zu "rächen", etwa an der Arbeiterkammer oder an den Medien. Andere Brocken auf der Fahrbahn schmecken Teilen der eigenen ÖVP nicht sonderlich, wie Pensionsreform, Getränkesteuer oder Zivildiener. Für die Crew beginnt jetzt erst, zwei Monate nach Amtsantritt, der wirkliche Elchtest. Schadenfrohe Zaungäste am Straßenrand warten nur darauf, dass das Koalitionsgefährt zu holpern beginnt. Ob Tempo und Richtung einigermaßen zu halten sein werden, hängt aber nicht nur von den Menschen hinterm Lenkrad ab. Jetzt muss sich zeigen, ob die Geschlossenheit der ÖVP schon so eisern hält, dass sie trotz der unvermeidlichen Engstellen und Vorrangzeichen unbeirrt weiterfahren kann.

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