- 07.04.2000, 11:30:01
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Dirnberger: Staudinger und SP-Gewerkschafter versagen bei Lohnpolitik
AKNÖ-Präsident Staudinger schließt Sonntagsarbeit tatsächlich nicht aus
Wien (OTS) - "Ich habe nichts aus dem Zusammenhang gerissen und
nichts falsch zitiert. Jeder kann es in der APA-OTS 067 vom
3.Dezember nachlesen: AKNÖ-Präsident Staudinger schließt
Sonntagsarbeit und Verschlechterungen bei der Arbeitszeit der
Handelsangestellten nicht mehr aus." Mit diesen Worten reagierte
heute AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger (ÖAAB) auf ein
diesbezügliches Dementi Staudingers.
Der Spitzenkandidat der FSG schätzt es verschwommen zu
argumentieren und sich nicht genau festzulegen. Für Staudinger geht
es bei den Ladenöffnungszeiten wörtlich um "eine sehr differenzierte
Betrachtungsweise" und um den "gegenwärtigen Zeitpunkt". Wie lange
dieser "gegenwärtige Zeitpunkt" für Staudinger dauert, darüber läßt
der AK-Präsident die rätselnde Öffentlichkeit alleine.
"Wieso sollten die österreichischen Verkäuferinnen länger
arbeiten, bloß weil die Hausfrau in Spanien bis 22 Uhr ihr
Waschmittel im Supermarkt kaufen kann?", fragt Dirnberger in Richtung
Staudingers Hinweis auf europäische Entwicklungen bei den
Ladenöffnungszeiten. Darüber hinaus, so Dirnberger, erwarte er sich
von der AK Initiativen auf europäischer Ebene, um hier
Besserstellungen der Handelsangestellten zu erreichen. "Wozu haben
denn AK und ÖGB Büros in Brüssel, wenn sie nicht für diese
Überlegungen Lobbying betreiben. Statt schon jetzt vor den Interessen
der Konzerne, in denen übrigens die SP-Betriebsräte Höflinge der
Manager sind, zu kaptiulieren, muß ein AK-Präsident kämpferisch
eindeutige, klare Positionen einnehmen. Daher "nein" zur
Sonntagsarbeit, "nein" zur Arbeit der Handelsangestellten an jedem
Samstag (derzeit nur jeder zweite), und ein klares "runter mit den
Treibstoffpreisen", fordert AK-Vizepräsident Dirnberger.
Ein kämpferischer AK-Präsident nimmt klar und eindeutig
Stellung
Genauso knieweich wie bei den Ladenöffnungszeiten gibt sich
Staudinger bei der Frage der Preise für Diesel und Benzin. Statt wie
Dirnberger eine Senkung zu Fordern, tritt Staudinger für "faire
Benzinpreise" ein. Dirnberger: "In Zeiten wie diesen brauchen die
NÖ-Arbeitnehmer einen entschlossenen AK-Präsidenten, der nicht schon
vor Verhandlungen den Kniefall vor den Managern der Konzerne, wie
Billa, Merkur, Spar, OMV, Shell, BP etc. vollzieht."
SP-Gewerkschafter versagen bei ihrer Arbeit für die
Handelsangestellten
Als weiteres Beispiel für das Versagen der sozialdemokratischen
Gewerkschafter nennt Dirnberger die Einkommenspolitik. Da ist es den
SP-Verhandlern auf Gewerkschaftsseite nicht gelungen,
Gehaltabschlüsse zu erzielen, die in akzeptabler Relation zu den
Gewinnzuwächsen der Unternehmen und Konzerne stehen. Als Beispiel
nennt Dirnberger den Gehaltsabschluss für Handelsangestellte: "Die
Verkäuferinnen bekommen heuer pro Monat durchschnittlich nur rund 150
Schilling mehr. Da wundere ich mich schon, wenn Kollege Staudinger
gestern in einer Presseausendung verkündet ,Wir stellen uns nicht vor
Billa-Filialen hin, so wie Dirnberger.......Wir arbeiten tatsächlich
für die hundertausend NÖ Handelsbeschäftigten'. Na, sehr viel haben
die SP-Gewerkschafter bei solch mickrigen Gehaltsabschlüssen dann
aber nicht gearbeitet. Sie haben vielmehr völlig versagt und sind vor
den Managern von Billa, Merkur und Co in die Knie gegangen. Das
wundert aber dann nicht, wenn man von den guten Kontakten mancher
SP-Gewerkschafter aus der GPA zu den Managern der Handelskonzerne
weiß."
Rückfragehinweis: Alfred Dirnberger, Tel. 01-58883-1706
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