NÖ Fachstelle für Suchtvorbeugung:

Aufklären, nicht abschrecken

St.Pölten (NLK) - "Aufklären, nicht abschrecken, das ist die wichtigste Devise in der Suchtprävention", unterstreicht Prof. Kurt Fellöcker, Leiter der NÖ Fachstelle für Suchtvorbeugung. Mit Abschrecken erreiche man höchstens, dass labile, gefährdete Kinder und Jugendliche erst recht zu Drogen und anderen Suchtmitteln greifen. Fellöcker: "Der richtige Umgang mit dem Problem Sucht, aber auch mit den Jugendlichen und ihren Problemen ist ausschlaggebend." Ganz wichtig sei es daher, die Persönlichkeit der Jugendlichen zu stärken. "Wenn junge Menschen gefestigt sind und Ziele haben, ist die Gefahr, drogen-, alkohol- oder medikamentensüchtig zu werden, eher geringer. Kinder und Jugendliche, die aus sozial benachteiligen Familien kommen und daher viele Probleme mit sich und der Umwelt haben, sind sehr gefährdet, wenn sie nicht unterstützt werden", meint Fellöcker.

Voraussetzung sei natürlich, dass Eltern wie Lehrer entsprechend Bescheid wissen und auf die Anliegen und die Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen können. Die NÖ Fachstelle für Suchtvorbeugung schult unter anderem Lehrer, initiiert Vorbeugungs-Projekte in Kindergärten, in allen Schulstufen und auch in Betrieben. "Suchtvorbeugungsprojekte haben wir bisher in 80 Schulen durchgeführt. Die flächendeckende und umfassende Schulung der Lehrer und Jugendleiter bleibt das Gebot der Stunde", betont Fellöcker. Ein weiterer wesentlicher Faktor sei die mobile Jugendarbeit: Streetwork zielt darauf ab, gefährdeten Jugendlichen und Gelegenheitskonsumierern spezielle Hilfen anzubieten. Beratung und Unterstützung, aber auch Angebote der Erlebnispädagogik und Freizeitgestaltung helfen Jugendlichen, alternative Lebensmöglichkeiten zu finden.

In letzter Zeit sei ein Anstieg des Konsums von harten Drogen nicht zu bemerken, freut sich Fellöcker. "In Österreich gibt es 15.000 Heroinsüchtige und 325.000 Alkoholkranke. 1998 gab es in Österreich 162 Drogentote, mehr als 20.000 Menschen kamen durch legale Suchtmittel wie Alkohol und Nikotin ums Leben." In Niederösterreich sterben jährlich im Schnitt 11 Drogenabhängige und zum Vergleich mehr als 2.000 Alkoholabhängige an ihrer Suchtkrankheit, erklärt der Experte. Alkohol und Nikotin seien also, gemessen am Umfang der Folgeschäden und der Zahl der Todesfälle, jene Drogen, die die größten gesundheitlichen und sozialen Probleme in Österreich verursachen. Suchterkrankungen haben aber immer auch gesellschaftliche Ursachen. Die extremen Anforderungen der modernen Leistungsgesellschaft und die Entwicklung hin zu immer weniger sozialem Denken fördern individuelle Suchtentwicklungen. Ein Umdenken zu mehr Menschlichkeit in unserer Gesellschaft wäre ein zentraler Schutzfaktor gegen Sucht.

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