"Kleine Zeitung" Kommentar: "Mundtot" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 5.4.2000

Graz (OTS) - Wenn Herbert Tumpel behauptet, die neue Regierung
wolle die Arbeiterkammer "mundtot" machen, klingt der Hilferuf etwas seltsam. Bisher hat der AK-Präsident kaum den Mund
aufgemacht zumindest nicht in der Zeit, als noch die alte
Regierung im Amt war.

Bisher brauchte sich die AK auch keine Sorgen machen, wie sie zu ihrem Geld kommt. Die Beiträge wuchsen Jahr für Jahr mit
der Lohnsumme mit.

Eingehoben wird die Umlage selbstverständlich brutto und nicht netto, wie die AK vorzurechnen versucht. Ein Durchschnittsverdiener mit 25.000 Schilling liefert im Monat 125 Schilling an die
AK ab. Dass es netto nur 81 Schilling sind, liegt daran, dass
die Umlage mit den Sozialversicherungsbeiträgen abgezogen wird, also steuermindernd wirkt.

Wie laut wäre erst der Aufschrei, nähme die Regierung den Hinweis auf und würde der Arbeiterkammer nur den Nettobetrag überlassen, dafür aber die höheren Steuereinnahmen zur Sanierung der Krankenkassen einsetzen?

Der AK-Präsident sollte sich angesichts der Umstände, dass in allen Kammern die Höhe der Beiträge hinterfragt wird, eine bessere Antwort einfallen lassen als die Klage, die Regierung wolle ihn mundtot machen. ****

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