EU-Projekt zur Prioritätenreihung bei Verdachtsflächensanierung

Sobotka: Paradigmatische Ergebnisse zur Altlastenbewertung

St.Pölten (NLK) - In St.Pölten präsentierten heute Umwelt-Landesrat Wolfgang Sobotka und seine oberösterreichische Ressortkollegin Ursula Haubner ein EU-Projekt unter dem Kürzel EVAPASSOLD (Evaluation and Preliminary Assessment of Old Deposits). Das mit Kosten von insgesamt 22 Millionen Schilling verbundene Projekt zur Evaluierung und Erstabschätzung von Altablagerungen soll anhand der Modellregionen Nieder- und Oberösterreich Grundlagen zur EU-weiten Verbesserung der Erstabschätzung von Verdachtsflächen erarbeiten.

Sobotka führte dabei aus, in Niederösterreich gebe es rund 7.000 Altstandorte vor allem im Bereich von Firmen und ca. 3.000 Altablagerungen wie alte Hausmülldeponien, in Summe somit etwa 10.000 Verdachtsflächen. Wollte man alle untersuchen und nur die wichtigsten sanieren, erforderte dies dreistellige Milliardenbeträge. Weil diese Vorgangsweise nicht zu finanzieren sei, sollen nun 20 in Größe, Klima und Bodenbeschaffenheit typische Flächen in Nieder- und Oberösterreich untersucht werden.

Auf der Basis des dabei ermittelten Emissionspotenzials an Sickerwasser und Deponiegas soll bis zum Jahr 2002 eine Typologie erstellt werden, die in Zukunft zur Prioritätenreihung bei der Sanierung herangezogen wird. Insgesamt erwartet sich Sobotka von diesem Unternehmen, mit dem Nieder- und Oberösterreich einmal mehr eine Vorreiterrolle einnehmen, paradigmatische Leitlinien für den gesamten europäischen Zentralraum und einen Wegweiser zur künftigen Altlastenbewertung.

Haubner präzisierte, dass Oberösterreich bereits vor rund 15 Jahren begonnen habe, sämtliche Verdachtsflächen zu erfassen -insgesamt sind 1.361 ausgewiesen, 276 bereits ersten Untersuchungen unterzogen und 45 dezidiert als Altlasten zu bezeichnen. Für Oberösterreich biete EVAPASSOLD die Möglichkeit einer kritischen Reflexion des bisherigen Vorgehens, auch hier könne man sich nicht die Finanzierung der Sanierung all dessen leisten, was in den sechziger und siebziger Jahren aus Nichtwissen und sorglosem Umgang mit Boden, Wasser und Abfall geschehen sei.

Das Projekt zur Evaluierung und Erstabschätzung von Altablagerungen wird wissenschaftlich von der Technischen Universität Hamburg, der Universität Padua und der Wiener Universität für Bodenkultur begleitet. Zur Beschleunigung der natürlichen Langzeitprozesse werden im Labor u.a. so genannte Deponiesimulationsreaktoren eingesetzt. Die Gesamtkosten des Projekts werden zu knapp 50 Prozent über LIFE-Umwelt von der EU, mit neun Millionen Schilling vom Bund und mit je 1,2 Millionen Schilling von den beiden Ländern finanziert.

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