Naturschutzgebiet Lainsitzniederung in der Endrunde

Noch vor dem Sommer ist die Verordnung abgeschlossen

St.Pölten (NLK) - Noch vor dem Sommer soll an der Lainsitz ein Gebiet zwischen der Einmündung des Braunaubaches und der österreichisch-tschechischen Staatsgrenze mit sieben Kilometern Länge und zahlreichen, bis zu 450 Meter breiten Flussmäandern, Altarmen und weiträumigen Möglichkeiten zum Überfluten zum Naturschutzgebiet erklärt werden. Das sieht eine Verordnung vor, die - gleichzeitig mit dem Schremser Hochmoor - diese Unterschutzstellung anstrebt. Das Land Niederösterreich wird damit zukünftig zu den bereits bestehenden 46 Arealen zwei weitere Naturschutzgebiete aufweisen.

Das Naturschutzgebiet hat eine Fläche von 135,4 Hektar. Zwei Drittel der Fläche oder 91,8 Hektar sind öffentliches Wassergut. 6,5 Hektar entfallen auf die Stadtgemeinde Gmünd. Die restlichen Flächen von 37,1 Hektar sind im Besitz von 55 Grundeigentümern. Etwa die Hälfte davon erhält eine jährliche, wertgesicherte Entschädigung von insgesamt rund 100.000 Schilling, während die anderen Grundeigentümer eine einmalige Abfindung - etwa 350.000 Schilling - vorziehen.

"Das Ziel der Naturschutzgebietserklärung ist die Erhaltung der natürlichen Dynamik eines Fließgewässers. Die Reste der ehemals ausgedehnten Aulandschaft nördlich von Gmünd sind der größte naturnah erhaltene Mäanderabschnitt aller Mittelgebirgsflüsse Niederösterreichs. An diesem Lainsitz-Abschnitt befindet sich die letzte große Auwiesenniederung des Waldviertels. Das Vorkommen von Wasservögeln aller Arten auf den Lainsitzwiesen als Brutplatz ist für Österreich besonders wichtig. Hervorzuheben ist der Nachweis des Wachtelkönigs. Auch erstreckt sich hier ein Kerngebiet des Fischotters. Neben Hecht und Karpfen finden sich auch seltene Fische wie der Schlammpeitzger. Während der Laubfrosch häufig ist, ist etwa die Kreuzotter wesentlich seltener. 25 Heuschreckenpopulationen und 29 Libellenarten sind für diesen Abschnitt der Lainsitz - unter anderem lebt hier die Grüne Flussjungfer - einzigartig. Das kann man auch für die Pflanzen sagen: Die Rote Liste der Arten, die gefährdet und bedroht sind, ist lang", meinte der Naturschutzreferent der NÖ Landesregierung, Landeshauptmannstellvertreter Dr. Hannes Bauer, über die Hintergründe.

In den letzten Jahren wurden in einer beispiellosen Zusammenarbeit zwischen dem Wasserbau, der NÖ Agrarbezirksbehörde, dem Naturschutz und der Stadtgemeinde Gmünd gewässernahe, vom Hochwasser beeinflusste Bereiche eingelöst und in das öffentliche Wassergut übernommen. Auch wurden unter schwierigsten Bedingungen rund 122 Hektar mit 545 Grundstücken im Eigentum von 239 Besitzern bearbeitet und schließlich im Februar 1999 abgekauft. Vom WWF wurde - gemeinsam mit der Naturschutzabteilung des Landes Niederösterreich - ein Managementplan für die Lainsitzniederung erarbeitet, der Grundlage für die endgültige Abgrenzung des Naturschutzgebietes und der Zonierung war. Finanziert wurde das LIFE-Natur-Projekt "Feuchtgebietsmanagement Oberes Waldviertel" von der EU, vom WWF und dem Land Niederösterreich. Das ganze Gebiet ist in drei Zonen unterteilt. Die Zone A untersagt jeden Eingriff. In der Zone A 1 sind derzeit auch nicht standortgerechte Arten anzutreffen, die zukünftig in heimische Laubmischwälder umgewandelt werden sollen. In der Zone B sollte die Vielfalt der naturnahen Wiesen unbedingt erhalten werden.

"Für mich als verantwortlichen Landespolitiker für den Natur- und Landschaftsschutz ist es ein weiterer Schritt, unsere Lebensqualität zu verbessern und solche naturbelassenen Landschaften für künftige Generationen zu bewahren", sagte Bauer abschließend.

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