Marchübergänge "wachsen" in den Süden

Nach zehn Jahren "Akzeptanzsuche" positive Stimmung

St.Pölten (NLK) - In Hohenau wird in den nächsten fünf Jahren eine Brücke in die Slowakei gebaut, nachdem dort seit einiger Zeit eine Ponton-Brücke einen provisorischen Grenzübergang ermöglicht. Ermutigt aus den positiven Erfahrungen dieses Brückenschlags, stimmte die Gemeinde zu, die Brücke zu errichten. Die Ponton-Brücke wird nach Fertigstellung der definitiven Brücke in Hohenau in etwa fünf Jahren abgebaut und in Angern an der March wiederverwendet. Bis zu diesem Zeitpunkt wird es in Angern eine Fähre über die March geben. Sie ist in der Lage, zwei Pkw, aber auch Klein-Lkw und fallweise auch einzelne Busse über die March zu bringen und dient ausschließlich dem lokalen Bedarf. Sobald die Ponton-Brücke in Angern eingesetzt wird, soll die Fähre nach Marchegg verlegt werden.

"Diese lokale Grenzöffnungsstrategie wird durch die Fertigstellung der Spange Kittsee möglich", erläutert Verkehrsexperte Univ.Prof. Dr. Friedrich Zibuschka. Denn es soll vermieden werden, dass der Verkehr nach Norden zu den neuen Grenzübergängen ausweicht, wenn der Grenzübergang Berg überlastet ist. Die Spange Kittsee, die im Jahr 2004 fertiggestellt sein soll, wird in der Lage sein, den Hauptteil des internationalen Verkehrs zu bewältigen. Der Übergang Berg wird dadurch massiv entlastet und schrumpft zu einem regionalen Grenzübergang. "Darüber werden sich auch die Hainburger freuen, wenn durch ihren Ort keine Pkw- und Lkw-Kolonnen rollen", so Zibuschka.

Seit zehn Jahren ist ein Stimmungswandel in der Bevölkerung zur Grenzöffnung an der March festzustellen. Zu Beginn sprach sich eine große Mehrheit der Bevölkerung vor allem in Dürnkrut gegen eine Brücke aus. Offener war man in Hohenau schon aus historischen Gründen: Hier gab es früher im Zusammenhang mit der Zuckerfabrik einen starken Grenzverkehr, da nicht nur Arbeitskräfte, sondern auch Grundmaterialen aus der Slowakei bezogen wurden. Dies war auch der Grund, dass nach der Grenzöffnung ein Transportunternehmer eine von sieben in der Zeit des "kalten Krieges" bereitstehenden Ponton-Brücken aufkaufte, jene Brücken, die eine rasche Invasion Österreichs ermöglicht hätten. Später erwarb das Land Niederösterreich die Brücke und setzte sie in Hohenau als provisorischen Grenzübergang ein. "All diese Vorhaben wären unmöglich, wenn wir nicht EU-Gelder aus dem PHARE-Programm zur Verfügung hätten", merkt Zibuschka an. Die anfänglichen Befürchtungen der Bevölkerung, man hätte auf der anderen Seite vorwiegend mit Kriminellen zu tun, stellten sich nicht nur beim Betrieb der Ponton-Brücke in Hohenau, sondern auch im Verlauf einiger temporärer Brückenschläge entlang der March und bei gemeinsamen Festen als haltlos heraus.

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