Österreicher gehen sorgfältig mit Medikamenten um

Beratung durch Apotheker hilft Arzneimittelmüll vermeiden

Wien (OTS) - Keine der jüngst gemachten Angaben über große Mengen an unverbrauchten Medikamenten hält einer wissenschaftlichen Überprüfung stand. So war in der öffentlichen Diskussion um die Ausgaben der Krankenkassen zu hören und zu lesen, dass "20% aller Medikamente ungeöffnet weggeworfen werden", oder dass "mehr milliardenteure Medikamente im Sondermüll landen, als das Defizit der Krankenkassen ausmacht". Die bisher einzige wissenschaftliche Untersuchung über die Entsorgung von Medikamenten wurde 1996 vom Linzer IMAS Institut erstellt und ergab folgendes:

Jeder Österreicher bezieht im Jahr durchschnittlich 19 Packungen Medikamente. Von diesen 19 Packungen entsorgt jeder Österreicher statistisch gesehen den Inhalt einer halben Packung.

"Ich wurde wieder gesund" war mit 50% der häufigste Grund, warum Medikamente nicht aufgebraucht worden sind, gefolgt von "Nebenwirkungen" (rd. 14%), "Therapiewechsel" (rd. 13%) und "abschreckender Beipacktext" (rd. 9%). Weitere Gründe waren "hat nicht geholfen", "war unangenehm einzunehmen", "verstorben" und "ins Heim" übersiedelt.

"Zu behaupten, die Patienten werfen 20% der Medikamente ungebraucht weg, heißt den Patienten ein schlechtes Zeugnis auszustellen. Doch die Patienten sind mündig genug, richtig mit den Medikamenten umzugehen, das zeigt unsere Untersuchung", stellt dazu der Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, Dr. Herbert Cabana, fest.

Da es aber um jedes Medikament schade ist, das weggeworfen wird, obwohl es noch brauchbar wäre, bietet Cabana der Bevölkerung die Beratung durch die Apotheker an. "Es kann z.B. sein, dass bei der Anwendung von Medikamenten Nebenwirkungen auftreten. So kommt es manchmal am Beginn einer medikamentösen Therapie gegen Bluthochdruck zu Schwindel. Das ist eine völlig normale Reaktion des Körpers auf den sinkenden Blutdruck. Nach einigen Tagen hat sich der Körper an den niedrigeren Blutdruck gewöhnt und die Nebenwirkungen vergehen. Wer das aber nicht weiß, setzt das Medikament womöglich ab. Daher sollte vor einer Änderung bei der Einnahme eines Medikamentes immer Rücksprache mit dem Apotheker oder Arzt gehalten werden," empfiehlt Cabana.

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