Weltweiter Gewerkschaftskongress eröffnet Die Hälfte der Weltbevölkerung lebt von weniger als zwei Dollar am Tag

des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften (IBFG) - Durban/Wien (ÖGB). In Durban, Südafrika, wurde heute der 17. Kongress er tagt bis
7. April - eröffnet. Rund 1.200 Delegierte werden über die Anliegen der ArbeitnehmerInnen weltweit debattieren und ihre Forderungen festhalten. Der IBFG vertritt 125 Millionen Mitglieder in 145 Ländern. Schwerpunkte des Kongresses sind Beschäftigung, weltweite Arbeitsnormen und Gleichbehandlung. Mit der Wahl des Tagungsortes wird das befreite Südafrika gewürdigt.++++

In den Kongress-Erklärungen werden vor allem die Folgen des gegenwärtigen Modells der Handelsliberalisierung kritisiert:
Diskriminierung und massive Ausbeutung am Arbeitsplatz durch die Verletzung grundlegender ArbeitnehmerInnenrechte sowie eine Verschlimmerung der Entwicklungsunterschiede und der ungleichen Behandlung von Frau und Mann.

Die Hälfte der Weltbevölkerung, das sind fast drei Milliarden Menschen, lebt von weniger als zwei Dollar am Tag. Die Gesamtheit des jährlichen Einkommens dieser Menschen entspricht dem Vermögen der 225 reichsten Menschen der Welt - mehr als eine Billion Dollar. Dieser haarsträubende Kontrast zwischen unvorstellbarem Überfluss und drückender Armut verstärkt sich, so der IBFG, mit Zunahme der Ungleichheiten innerhalb von und zwischen Nationen.

Soziale Krankheiten ausräumen

Priorität der Gewerkschaften sei es, Ungerechtigkeiten zu bekämpfen, betonte IBFG-Generalsekretär Bill Jordan bei der Eröffnung. Die zeitlosen Werte sozialer Gerechtigkeit müssten festgelegt werden. "Das Sicherheitsnetz für die Globalisierung, ist der Kampf für soziale Mindestrechte", betonte Jordan. Auszuräumen seien soziale Krankheiten - wie Armut.

Positive Auswirkungen des Handels gerechter verteilen

Der IBFG fordert eine weltweite Verpflichtung zu Kernarbeitsnormen -Recht auf Gründung von freien Gewerkschaften und Abschluss von Tarifverträgen, Kampf gegen Kinderarbeit und erzwungene Arbeit, Gleichstellung von Frauen. Dadurch würden die positiven Auswirkungen des Handels gerechter innerhalb von Ländern und zwischen ihnen verteilt:
die schlimmsten Formen der Ausbeutung würden verhindert, Gewerkschaften wäre es möglich, Verhandlungen für angemessene Löhne und Arbeitsbedingungen zu führen,
durch einen progressiven Anstieg der Kaufkraft der Löhne infolge verbesserter Produktivität und Leistungsfähigkeit des Handels wird ein ausgewogeneres Wachstum des Welthandels gefördert.

Zur Umsetzung ist es notwendig, Kernarbeitsnormen in konkrete Maßnahmen der Welthandelsorganisation (WTO) einzubeziehen.

Vermehrt in Sozialprogramme investieren

Der IBFG will zudem den Internationalen Währungsfonds (IWF) und die Weltbank dazu drängen, vor allem Zielvorgaben für die Beschäftigung und den Abbau der Armut in allen Länderprogrammen einzuführen, um erhöhte Investitionen in Sozialprogramme und prioritäre Infrastrukturprogramme zu unterstützen, an Stelle von schädigenden Kürzungen und von Politiken, die soziale Fortschritte untergraben. (mc/ew)

ÖGB, 3. April 2000

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