Österreich erreicht erstmals positive Handelsbilanz mit Italien

Ausfuhren stiegen 1999 um 3,4 Prozent auf 68,8 Mrd Schilling - vor allem Maschinen- und Fahrzeuglieferungen legten zu

Wien (PWK) - Zum ersten Mal seit vielen Jahren hat es Österreich geschafft, seinem weltweit zweitwichtigsten Handelspartner Italien mehr Waren zu verkaufen als von ihm einzuführen. "Die österreichischen Lieferungen nach Italien nahmen 1999 um 3,4 Prozent auf 68,8 Mrd Schilling zu, während die Bezüge aus Italien mit einem Wert von 67,7 Mrd Schilling in etwa das Vorjahresniveau (+0,3 Prozent) erreichten. Damit verfügt Österreich mit seinem südlichen EU-Nachbar über eine positive Handelsbilanz von gut einer Mrd Schilling", berichtet der zuständige Länderreferent in der Wirtschaftskammer Österreich, Leopold Birstinger.

Österreich konnte sein Handelsbilanzdefizit mit Italien vor allem in den Jahren 1997 und 1998 kräftig reduzieren und 1999 schließlich ins Plus umkehren, "wenngleich auch daraus kein neuer Trend abzuleiten ist", erklärt Birstinger. "Die österreichischen Lieferungen haben sich vielmehr auf hohem Niveau stabilisiert. Auf einigen Sektoren konnten die heimischen Unternehmen ihre Lieferungen forcieren, auf anderen wiederum mussten sie Einbußen hinnehmen."

Ausgezeichnet entwickelt haben sich 1999 die Ausfuhren Österreichs in dem sehr wichtigen Bereich Maschinen und Fahrzeuge. Hier konnte eine Steigerung von 15 Prozent auf 15,6 Mrd Schilling erreicht werden. Besonders Pkw-Lieferungen nahmen innerhalb dieser Position kräftig zu; die Daimler-Chrysler-Produktion in Graz (Chrysler Voyager, Jeep Grand Cherokee und Mercedes M-Klasse) verzeichnete für den italienischen Markt 1999 teils zweistellige Zuwachsraten.

Gebremst wurden die Gesamtlieferungen nach Italien hingegen durch Rückgänge am Eisen- und Stahlsektor: die österreichischen Eisen- und Stahlexporte nach Italien sanken 1999 um 29 Prozent auf 5,7 Mrd Schilling.

"Gut gelungen ist es der österreichischen Holzwirtschaft ihren Absatzmarkt in Italien zu halten. Steigerungen von über 10 Prozent im Jahr 1999 sind nicht zuletzt auf die österreichische Werbeoffensive zurückzuführen, die den generellen Einsatz von Holz bewirbt", berichtet Österreichs Handelsdelegierter in Rom, Herbert Geissler. Erst kürzlich erklärten österreichische Holzexperten über 400 italienischen Architekten und Baumeistern bei einem Holz-Seminar im "betonorientierten" Süditalien den vielseitigen und lohnenden Einsatz von Holz. Die österreichische ProHolz half dabei, dass in Italien ebenfalls eine Werbegemeinschaft ("Promolegno") zum Einsatz hochwertig verarbeiteten Holzes geschaffen wurde.

Auch bei österreichischen Lebensmitteln macht sich aktives Marketing - durchgeführt von der WKÖ-Außenhandelsstelle in Padua - bezahlt. Die Lieferungen im Bereich der Nahrungs- und Genussmittel konnten 1999 Steigerungen um fast 11 Prozent verzeichnen. Zum Großteil handelt es sich dabei um Getreide und Milchprodukte, bei denen Österreich seinen Qualitäts- und Preisvorteil gut nützt, aber auch bearbeitete und biologische Lebensmittel konnten zulegen.

"Für das Jahr 2000 kann im Zusammenhang mit der erwarteten leichten Konjunkturbelebung in Italien von einer kontinuierlich positiven Entwicklung des Warenaustausches zwischen Österreich und Italien ausgegangen werden", meint Geissler. (Ne)

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