Wiener Tourismus-Offensive zeigt: Gäste höchst zufrieden

Ein Viertel der Besucher nicht in der Bilanz

Wien, (OTS) Grundlagen für künftige Strategien im Wien-Tourismus soll die Wiener Tourismus-Offensive liefern, die von Wirtschaftsstadträtin Mag. Brigitte Ederer und Tourismusdirektor Mag. Karl Seitlinger Ende 1998 begonnen wurde. Nach umfangrei-chen Forschungen und Analysen wurden Montag bei einem Pressefrühstück mit Ederer und Seitling erste Ergebnisse präsentiert. Wichtigste Daten daraus: Wien ist bei europäischen Städtereisenden als Wunschziel stark präsent und punktet hauptsächlich mit Kultur. Mehr als der Hälfte der Besucher gefiel 1999 der Aufent-halt hier besser als in anderen Städten. Nach wie vor größter Schwachpunkt:
die Öffnungszeiten der Geschäfte. Ein Viertel aller, die Wien genießen, übernachtet auswärts oder privat: Mehr als 2,5 Millionen Nächtigungen "entgehen" so jährlich der Wiener Tourismusstatistik.

Zentrales Element der von Magistrat und Wiener
Tourismusverband gemeinsam getragenen Offensive ist eine 1999 durchgeführte, umfangreiche Gästebefragung: 7.500 Gäste, in zehn Sprachen am PC befragt, gaben Auskunft über ihre Reisemotive und -gewohnheiten und über ihr Programm in Wien. Diese Befragung wurde durch Telefon-Interviews mit Städtetouristen in sieben wichtigen Herkunftsländern des Wien-Tourismus ergänzt, um Images und Potentiale auszulo-ten. Die Befragungen wurden von OGM durchgeführt, die Analyse der Daten besorgte Mag. Klaus Grabler (Manova Marktforschung).****

Zwt.: Wien - prominente Marke mit starkem Kultur-Appeal

Bei der Frage, wohin sie gerne einen Städte-Trip unternehmen würden, war für rund 2.800 Interviewte in sieben europäischen Ländern oft Wien die Antwort: Unter allen Wunschzielen der Welt belegt Wien den fünften Platz nach Paris, London, Rom und New
York. Als stärkste Motive für Städtereisen erwiesen sich Flair, Image, Sehenswürdigkeiten und Kultur.

Was die Gäste in Wien tun, spiegelt die genannten Reisemotive deutlich wider. 7.500 Wien-Be-sucherInnen wurden befragt, und das war das Ergebnis: Am liebsten flanieren sie durch die Stadt (86 %) und bestaunen Sehenswürdigkeiten (85 %). Sie besuchen Museen und Ausstellun-gen ebenso gerne wie sie Essen und Trinken genießen (81 %). Der Kaffeehausbesuch (78 %) liegt noch vor dem Shopping (60 %) und die Einkehr beim Heurigen (50 %) vor dem Prater-bummel (45 %). Die klassischen Highlights der Stadt sind ein weiterer Anziehungspunkt (36 %), worauf Kulturveranstaltungen folgen:
Festivals oder Events (31 %), Oper oder Operette (29 %) und
Musicals (26 %) sind dabei die meistbesuchten.

Gäste mit Wien höchst zufrieden, Top-Werte bei Architektur, Kultur und Grünraum, Schlusslicht Ladenöffnungszeiten

Sehr erfreulich ist das Gesamturteil der Gäste über die Stadt: Für 52 % der im Vorjahr Befragten war der Aufenthalt in
Wien besser als in anderen Städten, für 39 % gleich gut, nur 4 % hat es hier weniger gefallen als anderswo. Im Vergleich mit
anderen Städten schnitt Wien in den Ka-tegorien Architektur/Stadt-bild, Kunst-/Kulturangebot und Grünraum besonders gut ab: 68 % der Besucher gefiel die Architektur hier besser als anderswo, 66 % bevorzugten das Wiener Kunst- und Kultur-Angebot, und 65 % fanden Wiens Grünraum unübertroffen. In allen drei Punkten stuften weitere 25 % Wien gleich gut ein wie andere Städte (schlechter:
Architektur 4%, Kunst/Kultur 3 %, Grünraum 6 %; Rest auf 100 %:
keine Angabe).

55% der Gäste stellten Wiens öffentlichen Verkehrsmitteln das beste Zeugnis aus (gleich: 30 %, schlechter: 7 %), 45 % hielten Wiens Einwohner für freundlicher als die anderer Städte (gleich:
35 %, schlechter: 14 %), 44 % schätzten das Unterhaltungsangebot mehr (gleich: 36 %, schlech-ter: 8 %), und 40 % waren mit der Unterkunft zufriedener als anderenorts (gleich: 44 %, schlechter
10 %). Wiens Gastronomie erhielt für ihre Freundlichkeit Bestnoten von 40 % der Gäste (gleich: 35 %, schlechter: 18 %), bei den Öffnungszeiten allerdings nur von 26 %, 41 % stuften diese gleich gut und immerhin 22 % schlechter als anderswo ein. Dem Einkaufsangebot gaben nur noch 31 % einen Top-Wert (gleich: 42 %, schlechter: 13 %); die Öffnungszeiten der Geschäfte wurden sogar nur von 17 % als besser bewertet und von 35 % als gleich gut. Mehr als ein Drittel der Befragten (34 %) empfand sie im Vergleich mit anderen Städten als schlechter.

Wiens Nächtigungsstatistik "schweigt" über 25 % der Besucher

Nicht jeden Gast, den die Wiener Szene lockt, findet man in
der Statistik: Überraschend hoch ist laut Gästebefragung die Anzahl von Wien-BesucherInnen, die außerhalb der Stadt logieren, und jener Gäste, die privat in Wien nächtigen: 10 % übernachteten außerhalb der Stadtgrenze und nicht weniger als 15 % hatten
private Unterkünfte in Wien. Dies trifft keineswegs nur auf Erlebnisreisende, sondern ebenso auf Geschäftstouristen zu. Während Wiens kulturelle Einrich-tungen, Gastronomie und Geschäfte von diesen Besuchern profitieren, scheinen deren fast
2,5 Millionen Nächtigungen in Wiens jährlicher Tourismusstatistik nicht auf.

WienerInnen wollen Tourismus, Experten sind optimistisch

Im Rahmen der Tourismus-Offensive wurde mit einer OGM-Befragung im Februar 2000 auch die Einstellung der Einheimischen
zum Tourismus erhoben. Sie zeigte, dass Wienerinnen und Wie-ner
dem Besucherzustrom sehr positiv gegenüberstehen: 84 % sind der Meinung, dass die Gäste aus dem Ausland für Wien alles in allem mehr Vorteile bringen. Nur für 3 % der Befragten überwiegen die Nachteile. Jüngere Menschen sind ebenso wie Befragte mit Matura oder Stu-dium sogar zu 90 % von den Vorteilen überzeugt. Viele Einheimische haben auch nichts gegen mehr Gäste als heute: Sie
sind zu 62 % dafür, dass die Tourismuspolitik auf mehr Gäste abzielt. 32 % sind mit dem Erreichten zufrieden, und nur 1 % der Befragten hätte lieber weniger Gäste. "Freundliche Wiener/innen" werden realistisch eingeschätzt: 47 % der befragten Einheimischen halten ihre Mitbürger/innen für gleich freundlich zu Touristen wie anderswo. 28 % glauben, dass die Wiener/innen freundlicher sind, immerhin 17 % sind vom Gegenteil überzeugt.

Ein weiterer Teil der Wiener Tourismus-Offensive sind Interviews, die das Beratungsteam Zolles & Edinger mit 50 Managern aus Tourismus und Kultur führte: Die Experten heben vor allem den generellen Aufwärtstrend des Wien-Tourismus in den letzten Jahren hervor. Das erweiterte Eventangebot im Sommer wird gelobt. Und die "wahre Erfolgsstory" (O-Ton) der Großkon-gresse in Wien ebenso wie der Ausbau Schönbrunns zum Erlebnispark gerühmt. Unzufrieden ist man nur mit Wiens Entwicklung als Messestadt, und
Entwicklungsachsen aus dem Zentrum hin-aus - wie z.B. die
attraktive Neugestaltung des Praters - stehen ebenfalls auf der Wunschliste. Vom Wiener Tourismusverband erwartet sich die Branche weiterhin Hilfe in bewährter Weise und das "Dranbleiben" am Trend. Den Städtetourismus allgemein sehen die Experten haupt-sächlich als Kulturtourismus und bezeichnen Kultur als den Megatrend der kommenden Jahre. (Schluss) wtv

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