Der Milliardeneffekt ist TOT!

Wien (OTS) - Pressekonferenz
Samstag, 1. April 2000, 12.00 Uhr

I. Die Ausgangssituation

Im November 1998 hat der Verband der Österreichischen Filmproduzenten ein umfangreiches Vorschlagspaket (= "der Miliardeneffekt", siehe Anhang) mit dem Ziel der Entwicklung Wiens bzw. Österreichs zu einem international wichtigen Kino- und Fernsehfilmproduktionsland präsentiert.

Ein Kernpunkt dieser Studie war die Forderung nach Aufstockung der Mittel für das Österreichische Filminstitut (ÖFI) auf ATS 300 Millionen.

II. Die Entwicklung und die Vorbilder

Die Budgetmittel für das ÖFI betrugen in den vergangenen Jahren generell ATS 120 Millionen. In den Jahren 1998 und 1999 wurde diese Summe mit "Sondermitteln" von jeweils ATS 50 Millionen auf jeweils ATS 170 Millionen aufgestockt.

Sondermittel nur deshalb, weil Budgetaufstockungen nach Budgetabschlüssen nur über diese zugeteilt werden können. Für 2000 waren die 170 Millionen Schilling als Ordinaria geplant.

Am 6. 9. 1999 gab es die Zusage vom damaligen Staatssekretär Dr. Peter Wittmann und Sektionschef Dr. Andreas Mailath-Pokorny, auch im Namen des damaligen Bundeskanzlers, dass das jährliche Budget des ÖFI in Zukunft den Betrag von ATS 170 Millionen nicht mehr unterschreiten wird.

Erwähnenswert ist allerdings die Haltung sowohl der Stadt Wien als auch des ORF. Beide Institutionen haben die enorme Bedeutung der Filmindustrie für die österreichische Wirtschaft erkannt und "messbare Taten gesetzt": Die Bundeshauptstadt hat im Jahr 2000 ihre Unterstützung aufgestockt, und auch der Österreichische Rundfunk hat die Auftragsproduktion erhöht.

III. Die Regierungserklärung (Februar 2000) im Wortlaut

Unter der Überschrift "Kultur und Kunst" hat die aktuelle Regierung in ihrem Programm "Österreich neu regieren" auf Seite 99 und Seite 100 unter Punkt 6. folgendes angekündigt:

"Schwerpunktprogramm für den Österreichischen Film durch effizienteren Einsatz der Fördermittel und bessere Kooperation zwischen Bund, Ländern und ORF.

Ausbau des Filmstandortes Österreich;

Bereitstellung von Risikokapital.

Koordinierung zwischen dem Wirtschaftsministerium und dem für Filmförderung zuständigen Ministerium."

IV. Die Taten des Bundeskanzlers

Im Gegensatz zur Regierungserklärung haben der jetzige Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel und sein Staatssekretär Franz Morak das Budget des ÖFI um mehr als 35 Prozent, von ATS 170 Millionen auf ATS 108 Millionen gekürzt.

Der Milliardeneffekt wurde gestorben

Der Verband der Österreichischen Filmproduzenten misst die neue Regierung - wie von ihr gewünscht - "an ihren Taten" und hält fest, dass der an sich grundsätzlich nach wie vor mögliche Milliardeneffekt für Österreichs (Film-)Wirtschaft "dank" dieser Maßnahme "gestorben" ist.

Aufforderung des Österreichischen Produzentenverbandes
an Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel
und Staatssekretär Franz Morak:

REVIDIEREN SIE IHRE BUDGETKÜRZUNG.

Wir messen Sie an Ihren Taten, die da sind:

Sie zerstören das zeitgemäße und zukunftsorientierte Kulturmedium.

Sie vernichten einen identitätsstiftenden Kulturexport.

Sie killen Arbeitsplätze in einer nachgewiesenen Wachstumsbranche.

Sie ruinieren Österreich als Filmstandort.

Sie demotivieren ORF und Länder als wichtige Partner
für die Filmbranche.

Sie verhindern die internationale Verbreitung von österreichischen Laufbildern.

Sie lassen den österreichischen Film sterben.

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