Zukunft für angehende Zivildiener weiterhin ungewiß; Aufschub für weiterführende Ausbildung oder Studium muß wieder eingeführt werden

Wien (OTS) - Die Plattform für Zivildiener begrüßt die Feststellung des BM für Inneres, Dr. Ernst Strasser, daß es zu keinem "Zivildiener-Stop" kommen wird, muß aber feststellen, daß es sehr wohl aufgrund der Vorgabe des Finanzministeriums zu einer "Zivildiener-Reduktion" kommen wird. Leider hat das BMI keinerlei Zahlen genannt, wie viele Zivildiener nun heuer wirklich im Vergleich zum Jahre 1999 nicht mehr eingesetzt werden. Die gewünschte Diskussion auf sachlicher Ebene ist damit eher nicht erleichtert. Festzuhalten bleibt aber, daß für viele angehende junge Zivildiener die Zukunft weiterhin unklar bleibt und damit eine längerfristige Lebensplanung nicht möglich ist.

Betreffs der "Prioritätenliste" ist aus der Sicht angehenden Zivildiener folgendes zu fordern:

1.) Angehende Zivildiener, die seitens des BM für Inneres informiert wurden, daß sie im Juni oder Oktober 2000 ihren Zivildienst antreten werden - ohne schon einen Zuweisungsbescheid erhalten zu haben - und nachweislich für die Zeit nach dem Zivildienst im Jahre 2001 ein Berufsangebot haben oder sich schon für ein weiterführende Ausbildung angemeldet haben, sind ohne Ausnahme den Einrichtungen wie geplant zu zuweisen!

2.) Zivildiener die nach § 10 (2) ZDG gemeinsam mit einer Zivildiensteinrichtung einen Antrag auf Zuweisung gestellt haben, sind dieser Zivildiensteinrichtung gemäß des Antrages zu zuweisen.

3.) Das gleiche gilt für Zivildiener, die einen Antrag auf Zuweisung nach § 10 (1) ZDG innerhalb eines Jahres oder nach § 10 (3) ZDG aufgrund einer weiterführenden Ausbildung innerhalb von 6 Monaten gestellt haben. 4.) Für kleinere Zivildiensteinrichtungen mit bis zu 5 Zivildienstplätzen sollte gelten, daß ihnen die gleiche Anzahl an Zivildienern zugewiesen wird wie im Jahre 1999.

Das BM für Inneres spricht von einer "Optimierung", für die Plattform der Zivildiener bedeutet dies eine "Reduktion" und somit können auf jeden Fall nicht alle Zivildienstpflichtigen wie geplant zugewiesen werden. In diesem Zusammenhang ist daran zu erinnern, daß die wenigsten angehenden jungen Zivildiener vorher lang genug gearbeitet haben, um eine Arbeitslosenunterstützung oder Notstandshilfe zu erhalten. Sie werden damit UNVERSCHULDET zu Sozialfällen, eine Lösung ist dringendst zu finden! Weiters ist festzuhalten, daß ohne abgelegten Zivildienst, es fast unmöglich ist einen Arbeitsplatz zu finden, da der Arbeitgeber immer damit rechnen muß, daß sein Lehrling bzw. Angestellter für 1 Jahr zum Zivildienst einberufen wird. Das gleiche gilt für angehende Zivildiener, die eine weiterführende Ausbildung oder Studium anfangen wollen, da auch ihnen jederzeit eine 12 monatige Unterbrechung droht. Die Plattform der Zivildiener fordert daher eindringlichst, daß der Aufschub für eine weiterführende Ausbildung oder Studium wieder gesetzlich eingeführt wird!

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Alexander Neunherz, Christopher Temt

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