Kaske zu Hausbesorgergesetz: "Abschaffen ist keine Reform"

HGPD-Vorsitzender wurde noch nicht zu Verhandlungen eingeladen

Wien (HGPD/ÖGB). Amüsiert ist der Vorsitzende der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD), Rudolf Kaske, über diverse Aussendungen zur Abschaffung des Hausbesorgergesetzes: "Da haben diverse Damen und Herren wohl plötzlich Kreide gefressen. Frau Rauch-Kallat und Herrn Firlinger geht es plötzlich um modernes Arbeitsrecht. Faktum ist, dass das Hausbesorgergesetz gestrichen werden soll, bevor Alternativen dazu da sind. Wir verlangen schon lange eine Reform dieses Gesetzes. Reform heißt bei dieser Regierung wohl Abschaffen."++++

"Ich finde es schön, dass die Bundesregierung laut ÖVP-Generalsekretärin auch die Sozialpartner gebeten hat, im Rahmen von Kollektivvertragsverhandlungen gemeinsame Lösungen und insbesondere auch notwendige Übergangsregelungen zu erarbeiten", meint Kaske: "Diese Bitte ist nur bisher nicht bei uns angekommen. Auch fragen wir uns, wer der Kollektivvertragspartner für die Hausbesorger sein soll."

"Lernen Sie Geschichte, Frau Generalsekretärin", forderte Kaske beim gestrigen Hausbesorger-Kehraus vor der ÖVP-Zentrale. Das Hausbesorgergesetz stamme nämlich nicht, wie von Maria Rauch-Kallat fälschlich behauptet, aus dem Jahr 1922, sondern aus dem Jahr 1970. Rudolf Kaske: "Reformbedürftig ist es trotzdem. Für eine Novellierung des Hausbesorgergesetzes, wie im ersten Regierungspapier enthalten, treten wir auch seit Jahren ein. Hier wird aber die Reform übers Knie gebrochen." Die ehemalige Sozialministerin Lore Hostasch, die sich mit der Kundgebung solidarisierte, bestätigte das: "Wir haben intensiv an einer Reform gearbeitet. Dass ein Gesetz einfach abgeschafft wird, habe ich noch nie gehört."

Kaske warnte: "Wenn in einem Jahr dann normale Arbeitsverhältnisse von atypischen Beschäftigungsverhältnissen abgelöst worden, wenn die Mieten nicht gesunken sind und wenn sich die Mieter die Hausbesorgerinnen zurück wünschen - dann wird es zu spät sein."

Die gestrige Kundgebung mit geschätzten 2000 HausbesorgerInnen sei nicht der letzte Schritt, den die Gewerkschaft HGPD in Sachen Hausbesorger setze, betonte der HGPD-Vorsitzende: "32.000 Arbeitsplätze - vor allem Arbeitsplätze für Frauen - sind uns wichtig."(kk)

ÖGB, 31. März 2000 Nr. 217

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