Partik-Pable: Mißstände in Altersheimen dringend bekämpfen

Änderung des Sachwaltergesetzes unbedingt notwendig; Sachwalterschaften auf eine Anzahl, die auch wirklich organisier- und handhabbar ist, begrenzen

Wien, 2000-03-31 (fpd) - Die unwürdigen und unmenschlichen Verhältnisse in manchen Alters- und Behindertenheimen, die endlich vom Verein für Sachwalterschaft aufgezeigt wurden, müssen auf mehrfache Weise, und zwar auch legistisch, bekämpft werden, forderte heute die freiheitliche Behindertensprecherin Abg. Dr. Helene Partik-Pable. ****

Wie Partik-Pable ausführte, seien die meisten der alten Heimbewohner besachwaltert, wobei die derzeitige Gesetzeslage für einen Sachwalter die unbegrenzte Anzahl von Schützlingen zulasse. Dies führe dazu, daß berufsmäßige Parteienvertreter (Rechtsanwälte, Notare) die Sachwalterschaften übernehmen, oft mehr als hundert, ja bis zu 150 Besachwalterte betreuen. "Daß trotz größter Fleißigkeit in einem solchen Fall ein Sachwalter nicht genügend Zeit aufbringen kann, sich um jeden seiner Besachwalteten ordentlich zu kümmern, ist klar. Würden Sachwalter in einem größeren Ausmaß kontrollieren, in welchem Zustand sich ihr Schützling befindet, könnten sich nicht derartige Zustände in Heimen halten", meinte Partik-Pable.

Es sei daher dringend eine Änderung des Sachwaltergesetzes notwendig, "nämlich eine Begrenzung der Sachwalterschaften auf eine Anzahl, die auch wirklich organisier- und handhabbar ist, ohne den Schützling zu benachteiligen".

Weiters, so Partik-Pable, sei es dringend notwendig, eine allgemein verbindliche Qualitätsnorm, die auch die spezifischen Anforderungen an Pflege, Therapie, Versorgung enthalte, für Österreich einzuführen, wie dies international bereits üblich sei. "Eine diesbezügliche Initiative, die von der FPÖ im Juli vorigen Jahres bei der sozialistischen Sozialministerin Hostasch gesetzt wurde, blieb von ihr völlig unbeachtet. Ebenso lehnte es bisher der Wiener Gesundheitsstadtrat Dr. Rieder, in dessen Verantwortungsbereich die größten Altersheime fallen, ab, verpflichtend internationale Qualitätsstandards anzuerkennen", beklagte Partik-Pable.

"Die täglich unvorstellbaren Qualen und Erniedrigungen, denen oft alte und behinderte Menschen ausgesetzt sind, wurden von den angeblich so sozialen Sozialdemokraten völlig ignoriert". Wieder, so die freiheitliche Behindertensprecherin, tauche ein Kapitel aus der sozialdemokratischen Ära auf, das einer dringenden Sanierung bedürfe und von dem die SPÖ-Verantwortlichen immer vortäuschten, daß es gut geregelt sei. (Schluß)

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