Wiener ÖVP fordert Maßnahmenpaket für den Zivilschutz

Informationsoffensive ist dringend notwendig

Wien (ÖVP-Klub) Eine Offensive zur Verbesserung der Wiener Zivilschutzeinrichtungen forderte heute VP-LAbg. Rudi KLUCSARITS bei einer Pressekonferenz. Gerade die geographische Nähe Wiens zu nicht immer sicheren Atomkraftwerken in Nachbarländern erfordere besondere Bemühungen, um für den Ernstfall gerüstet zu sein.***

"Die Wichtigkeit des Zivilschutzes wird leider oft massiv unterschätzt", klagt KLUCSARITS. "Es hat zwar jeder Angst vor einem möglichen Katastrophenfall, doch kaum jemand ist bereit entsprechende Vorsorgemaßnahmen zu treffen." Es sei zwar erfreulich, daß die getroffenen Maßnahmen zum Zivilschutz den Ernstfall bisher nicht erlebt hätten, es müsse aber auch das Ziel sein, daß dieser Ernstfall durch ausreichende Vorsorgemaßnahmen erst gar nicht eintritt.

Am Beginn aller Maßnahmen müsse eine groß angelegte Informations-Kampagne für die Bevölkerung stehen. Die Wiener VP hat daher auch die Subventionierung einer solchen Aktion im Umweltausschuß befürwortet. Ebenso werden - auf Druck der Volkspartei - künftig die Kontrollen bei ausländischen Gefahrengut-Transporten verschärft.

Schaffung von Wohnungs-Zivilschutzräumen vorantreiben

Aus einer aktuellen Umfrage geht hervor, daß insgesamt 79 Prozent der Bevölkerung im Katastrophenfall resignieren und keine Schutzräume aufsuche würde. "Deshalb müssen wir die Schaffung von Wohnungs-Zivilschutzräumen besonders vorantreiben", so der VP-Politiker. In jeder Wohneinheit müsse es einen Raum geben, der mittels einfach handhabbarer Spezial-Klebebänder luftdicht abschließbar ist. Auch die Bevorratung mit Lebensmitteln für den Ernstfall sei eine relativ einfach durchführbare Maßnahme.

KLUCSARITS sprach sich auch für die vermehrte Schaffung von öffentlichen Zivilschutzanlagen aus und brachte dabei vor allem die Garagenbauten in der Wiener Innenstadt ins Gespräch. "In der City arbeiten untertags tausende Menschen, denen im Ernstfall Schutzräume zur Verfügung stehen müssen." Entsprechend umgebaute Garagen, ca. 20 kommen derzeit dafür in Frage, würden bis zu 100.000 Menschen das Überleben in den ersten Tagen einer Katastrophe sichern. Den Umbau von U-Bahn-Tunnels hält der VP-Experte nicht für sinnvoll. "Im Ernstfall werden die U-Bahnen vermutlich das einzig funktionierende Transportsystem der Hauptstadt sein. Wir benötigen sie dann für Rettungseinsätze und andere wichtige Transporte."

VP fordert Aufklärungskampagne an Wiener Schulen

Auch die Sicherung von Datenleitungen und Telefonanlagen bezeichnete KLUCSARITS als "enorm wichtig". Gerade der funktionierende Fluß von Informationen könne im Krisenfall sehr entscheidend sein und dazu beitragen Paniksituationen zu vermeiden. Für eine Aufklärungskampagne an den Wiener Schulen über die wichtigsten Maßnahmen des Zivilschutzes konnten vor kurzem auch private Sponsoren gewonnen werden, berichtete der VP-Politiker.

Internationale Zusammenarbeit verbessern und forcieren

Besondere Bedeutung im Zivilschutz hat auch die funktionierende internationale Zusammenarbeit. Vorbild dafür ist eine groß angelegte grenzüberschreitende Übung, die vor etwa zwei Jahren stattfand. Damals wurde ein Chemieunfall im Raum Pressburg simuliert. Einsatzkräfte aus der Slowakei, Ungarn und Österreich waren an diesem Planspiel beteiligt, auch die Kommunikation zwischen den Warnzentralen wurde geübt. "Derartige Übungen müssen künftig regelmäßig stattfinden", fordert Klucsarits. Besonders müsse man Einsätze bei etwaigen Unfällen in grenznahen Atomkraftwerken trainieren, damit Wien bei einem Störfall auch wirklich gewappnet sei. Solche Übungen würden auch bei der Bevölkerung viel zur Bewußtseinsbildung beitragen und Sicherheit vermitteln.

Im Namen der Wiener ÖVP formulierte KLUCSARITS einige zentrale Forderungen zum Zivilschutz in der Bundeshauptstadt:

Versorgung der Wiener Haushalte mit entsprechenden Abdichtungsbändern, sodaß in jedem Haushalt ein vorübergehender Schutzraum entstehen kann.
Bewertung der vorhandenen Garagen und Keller für ihre Eignung als zukünftige Schutzräume
Verstärkung der Aufklärungskampagnen für die Bevölkerung, um die Bereitschaft zur Bevorratung mit Lebensmitteln sowie eine Optimierung des Verhaltens im Ernstfall zu erzielen
Schaffung eines pädagogischen Zentrums, das die Voraussetzung für die Information an den Wiener Schulen bietet
Größere Anstrengungen die internationale Kooperation bei Katastrophenübungen auszubauen, regelmäßige Abhaltung einer großen gemeinsamen Übung.

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