Kirchschläger

Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Der gute Mensch Ausgabe vom 31. März 2000 Klagenfurt (OTS) - In aufrichtiger Trauer haben gestern das politische Österreich und wohl alle Bürger dieses Landes die Nachricht vom Tod Rudolf Kirchschlägers aufgenommen. Keiner der zahllosen Nachrufe hatte den Beigeschmack der Pflichtübung. Es waren ebenso staatsmännische, wie sehr privat gehaltene Nachrufe, die dem verstorbenen Alt-Bundespräsidenten gerecht zu werden versuchten. Hier wurde und wird nicht Trauer zur Schau gestellt, hier wird getrauert. Warum ist das so? Es gibt nur eine Erklärung: Rudolf Kirchschläger war ein guter Mensch. Alles weitere, was man einem Menschen noch zugute halten kann und soll, reicht daran nicht heran. Kirchschläger war der gute Mensch von Österreich. Das Wort "populär" wäre auf ihn nie anwendbar gewesen, aber er war - wie sein Freund Heinz Fischer sagte - "beliebt". Heute haben Politiker Bekanntheitsgrade und manche sind unschlagbar populär und dabei will jeder nur ein ganz klein wenig beliebt sein. Kirchschläger wurde es, weil er die Menschenliebe glaubwürdig verkörpert hat. Es war Kirchschlägers Ungehorsam, seine Nicht-Pflichterfüllung gegenüber der österreichischen Regierung 1968 in Prag, die Bruno Kreisky die Qualität dieses Menschen erkennen ließ. Kirchschläger hatte sich Gott, den Menschen und der Verfassung verpflichtet gewusst und sonst nichts und niemanden. Das machte ihn frei, mutig , verlieh ihm Autorität und seinen Worten Gewicht. Die Sümpfe und sauren Wiesen trockenzulegen hatte er eingemahnt. Die Mahnung bleibt. Wir sind lang nicht fertig damit.

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