Österreichs Exporte in die Schweiz 1999 mit Rekordzuwachs

Ausfuhren stiegen um 29,5 Prozent auf 50 Mrd Schilling - Importe: plus 5,8 Prozent

Wien (PWK) - Gemäß den neuesten Exportzahlen der Statistik Österreich verzeichneten die österreichischen Ausfuhren in die Schweiz 1999 einen Zuwachs um 29,5 Prozent auf 50 Mrd Schilling. "Statistisch enthalten sind dabei allerdings auch Flugzeuge der AUA, die nur zu Wartungszwecken in die Schweiz geliefert wurden", relativiert Österreichs Handelsdelegierter in Zürich, Erich Dix, die Zahlen etwas. "Rechnet man diesen Faktor weg, ergeben sich dennoch für 1999 ein Exportzuwachs Österreichs in die Schweiz von gut 15 Prozent, was weit über dem österreichischen Gesamtzuwachs weltweit (5,8 Prozent) und europaweit (4,9 Prozent) liegt."

Die sich erholende Konjunktur und die anhaltend starke Investitionstätigkeit in der Schweiz eröffnen den österreichischen Exporteuren gute Absatzmöglichkeiten, die auch genutzt würden, so Dix. Stark zugelegt haben die Lieferungen in die Schweiz vor allem bei Maschinen und Fahrzeugen, die um 55,7 Prozent auf 20 Mrd Schilling anstiegen, wobei hier wieder die gewarteten Luftfahrzeuge ins Gewicht fallen. Die Ausfuhr von chemischen Erzeugnissen nahm um 56,8 Prozent zu; besonders Arzneiwaren und andere medizinische und pharmazeutische Produkte verzeichneten in dieser Branche hohe Steigerungsraten. Positiv entwickelt haben sich 1999 auch die Exporte von Papier und Pappe, Metallwaren sowie Bekleidung in die Schweiz.

Die Importe aus der Schweiz nach Österreich erreichten 1999 einen Wert von 30,8 Mrd Schilling. Dies entspricht einem Zuwachs von 5,8 Prozent. Die traditionell sehr bedeutenden Schweizer Maschinenlieferungen haben um 19,5 Prozent zugenommen. Angestiegen sind auch die Importe von Chemikalien, Metallwaren und Textilien sowie Fertigwaren wie Uhren und Kunststoffprodukte.

Die österreichischen Exporte in das mit der Schweiz durch eine Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft verbundene Fürstentum Liechtenstein - überwiegend Baustoffe und Lieferungen im Bereich der Gebäudetechnik - machen für die geringe Größe des Landes beachtliche 3,3 Mrd Schilling aus. Eingeführt wurden 1999 aus Liechtenstein Waren im Wert von 1,1 Mrd Schilling.

"Die Schweiz ist weltweit Österreichs drittwichtigster Exportmarkt nach Deutschland und Italien", berichtet Harald Klug, zuständiger Länderreferent in der Wirtschaftskammer Österreich. Außerdem verfügt Österreich in der Schweiz über einen für die westlichen Industriestaaten sehr hohen Marktanteil von über vier Prozent. Die Schweiz-österreichische Handelsbilanz weist ein Aktivum zugunsten Österreichs von nicht weniger als 19,3 Mrd Schilling auf.

Neben den Exporten nimmt auch das Investitions-Engagement österreichischer Firmen in der Schweiz zu, so Klug. Gleich zwei Übernahmen schweizerischer Unternehmen durch österreichische haben bereits Anfang 2000 Schlagzeilen gemacht: VA Tech übernimmt Sulzer Hydro und die oberösterreichische Greiner Holding die Sandherr Verpackungen AG. Auf der anderen Seite engagieren sich Schweizer Firmen seit Österreichs EU-Beitritt auch überproportional in Österreich. Allein im vergangenen Jahr wurden 75 Schweizer Niederlassungen in Österreich gegründet.

Für die Zukunft stehen die Zeichen für die Entwicklung österreichischer Exporte in die Schweiz weiterhin gut. Einerseits aufgrund der Schweizer Konjunkturlage - nach einem BIP-Wachstum von 1,7 Prozent 1999 werden für heuer 2,6 Prozent prognostiziert -andererseits weil sich die österreichischen Exporte auf einer breiten abgesicherten Basis befinden. Österreich ist nicht von Großaufträgen abhängig, sondern sehr viele Klein- und Mittelbetriebe nutzen die deutschsprachige Schweiz für eine Erweiterung ihres Absatzmarktes. (Ne)

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