POVYSIL: Bundestheater: Kartenverkaufsprobleme für Regierungskritik mißbraucht

Wien 2000-03-30 (fpd) "Der Staatsoperndirektor versucht den "Schaden" der neuen Regierung im Kulturbereich durch einen Rückgang im Kartenverkauf zu "belegen" . Nach einigen fundierten Recherchen ergab sich jedoch eine ganz andere Tatsache. Das Verkaufssystem der Bundestheater, nicht die Politik, ist schon lange der wahre Grund", bemerkte heute die freiheitliche Kultursprecherin Dr. Brigitte Povysil. ****

"Oft ist zu hören, es werde dem Publikum unmöglich gemacht, Karten für die Staatsoper zu bekommen". Entweder gelangt nur ein geringer Teil zum Verkauf und/oder die Veranstalter
/Kartenbüros kaufen die restlichen Karten auf. Sonst ist nicht erklärbar, daß kurz nach Öffnung der Kassen bereits Vorstellungen "ausverkauft" sind. Überraschend ist an dem derzeitigen System, bei einer durchschnittlichen Hausauslastung von 94%, die Aufteilung der Masette: rd. 22% Abonnenten, rd. 2% Zyklen, rd. 20% Kreditkarten, rd. 12% Stammkunden, rd. 4% Kontingente, rd. 20% Kartenbüros und rd. 20% Bestellungen.

"Ein Rückgang der Gruppenbestellungen oder Stornos konnte von keinem anderen großen Kulturunternehmen in Wien bestätigt werden. Die 348 stornierten Plätze in der Staatsoper entsprechen einer üblichen Fluktuation. Auf mehrere Vorstellungen aufgeteilt ist dies einer kleiner Prozentsatz, welcher leicht durch die diversen bestehenden Vertriebswege, auch via Internet, abgefangen werden kann", so Povysil.

"Vorreiter im Kartenvertriebssystem sind sicherlich die VBW: es erlaubt bereits DREI Monate (Staatsoper nur EIN Monat) im voraus Karten zu bestellen. Das Restkartensystem mit Zeit- und Preisstaffelungen könnte für die Bundestheater und andere sicherlich Anwendung finden.
Die Bundestheater, die Vereinigten Bühnen Wien (VBW) und andere Häuser so auch die Staatsoper haben eine eminente Bedeutung als Wirtschaftsfaktor für Unternehmen in ihrem Einzugsbereich (Hotels, Taxis, Gastronomie, Friseure, Kartenbüros, Klein- und Mittelbetriebe, etc...), und hier ist mit Sachlichkeit zu argumentieren. Auch in aktiven Kooperationen mit der Wirtschaft gelten die VBW als Vorreiter mit dem jüngsten Beispiel der Fa. Mirabell beim Musical Mozart oder deren aktivem Merchandising. Solche Aktivitäten tragen nicht nur zu einer Entlastung der Subventionen bei (z.B. VBW von 288 Mio. S auf rd. 217 Mio. S) sondern sind zusätzliche unbezahlte Werbung mit zahlreichen Synergieeffekten. Diese Vorgangsweise spiegelt Teile des neuen Regierungsprogramms wieder, in dem alternative Fördermöglichkeiten im Kulturbereich verstärkt werden sollen", erläuterte Povysil.

"An den genannten Beispielen läßt sich ablesen, daß nicht die Regierung am kaum erwähnenswerten Verkaufsrückgang schuld ist, sondern vielmehr ein nicht allzu flexibles Kartenverkaufsystem der Bundestheater, an dem Publikum, Kartenbüros und Veranstalter mit Kritik seit Jahren nicht sparen. Für einen Hochkulturdienstleistungsbetrieb, Herr Dir. Holender, würde ich ihnen empfehlen die internen Rahmenbedingungen in bezug auf Kartenvertrieb und strategische Planungen der Aufführungen im Sinne des in- und ausländischen Publikums dahingehend zu verbessern und nicht der Regierung die Schuld für diese Probleme zu geben", schloß Povysil (Schluß)

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