Stadt und Bezirk ziehen Bilanz der "Lokalen Agenda 21"

Alsergrund: Vom Protest zum Engagement!

Wien, (OTS) Das Pilotprojekt der ´Lokalen Agenda 21" habe in Wien-Alsergrund zu mehr demokratischer Qualität in der Politik geführt, es sei eine neue "Beteiligungskultur" entstanden, bei der alle "etwas dazugelernt" hätten und man wäre "dialogfähiger" geworden, lautete die Bilanz die Donnerstag von Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg, Umwelt- und Verkehrsstadtrat Fritz Svihalek, Bezirksvorsteher Hans Benke sowie dessen Stellvertreter Dkfm. Wolfgang Stalitzer gezogen wurde. Die Lokale Agenda 21, die seit eineinhalb Jahren im 9. Bezirk läuft, ist ein EU-gefördertes Projekt, das zusätzlich zu gleichen Teilen vom Bezirk und der
Stadt Wien (MA 21 und MA 22) finanziell unterstützt wird.

Mehr als 2.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden hätten Bürgerinnen und Bürger in die Zukunft des Alsergrunds investiert. Die engagierten Stadt- und Bezirksbewohner, die gemeinsam mit Politikern durch Mitsprache und Einbindung lokale Prozesse in Gang gesetzt haben, konnten die Bezirkspolitik am Alsergrund nachhaltig verändern. Durch die gemeinsame Arbeit an zukunftsorientierten Stadtteilprojekten, bekam der Begriff "Bürgerbeteiligung" eine
neue Qualität, so auch das Resümee der Projektverantwortlichen Cornelia Ehmayer.****

Neues Verhältnis zwischen Politik, Verwaltung, Bürgerinnen und Bürgern

Menschen wollen mitbestimmen, in vielen Fällen scheitert dies jedoch an mangelnder Kommunikation zwischen den Bürgern, der Politik und der Verwaltung. Im Rahmen des Pilotprojektes ´Lokale Agenda 21" wurden diese Schwachstellen beseitigt. Voraussetzung
war allerdings die Bereitschaft von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, an der Gestaltung des Bezirks aktiv mitzuarbeiten. "Wichtig ist, dass die Ideen von den Menschen kommen", so der Alsergrunder Bezirksvorsteher-Stellvertreter Dr. Wolfgang
Stalitzer. Für die Beteiligten ist es im Gegensatz dazu "wichtig, dass unser Engagement gern gesehen ist und dass wirklich Interesse von Seiten der Politik da ist".

Von den Stadtverantwortlichen, Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg und Umwelt- und Verkehrsstadtrat Fritz Svihalek, wurde dieses Pilotprojekt von Anfang an auch finanziell unterstützt: "Das, was wir schon bei vielen Stadtprojekten während der letzten Jahre erfolgreich ´mit Bürgereinbindung und Bürgerbeteiligung´ erzielt haben, sollte auch auf Bezirksebene möglich sein," so Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg. Und Umweltstadtrat Fritz Svihalek ergänzt: "Das ganze Projekt hat natürlich umso mehr Bedeutung, je nachhaltiger gesetzte Maßnahmen wirken - sprich also - wenn sich dadurch eine Steigerung der Lebensqualität für jeden Einzelnen ergibt."

Eine im Rahmen des Agenda Projektes durchgeführte wissenschaftliche Evaluierung -in Zusammenarbeit mit der Universität Wien, Institut für Psychologie - zeigt, dass gerade die verstärkte Auseinandersetzung mit dem Bezirk als besonders bereichernd empfunden wird. Aus der Sicht der Beteiligten klingt
das so: "Es hat sich für alle, die sich beteiligt haben, sehr viel verändert, indem man einfach den Bezirk besser kennen gelernt hat und auch Kontakte geknüpft hat. Ich glaube, das ändert am Lebensgefühl einfach sehr viel, dass man sich irgendwie heimischer fühlt."

Veränderungen brauchen Zeit

Wer aktiv an der Bezirksgestaltung mitarbeitet, will schnell Erfolge sehen. Doch nicht immer ist die Umsetzung von Projekten sofort möglich. In dieses Spannungsfeld gerieten auch die engagierten Alsergrunderinnen und Alsergrunder. "Wenn nicht innerhalb eines Jahres Erfolge sichtbar werden, dann verliert man das Interesse", so eine Teilnehmerin. Diese Hürde wurde
gemeistert: Das Team des Agendabüros, professionelle Trainer und die Bezirkspolitiker setzten entsprechende Akzente, und so konnten mehr und mehr Projekte "zeitgerecht" realisiert werden.

: Fit für die Zukunft

Ein zentrales Anliegen war es, allen aktiv am Agenda Prozess Beteiligten zu mehr Kompetenz in ihren Handlungen und
Entscheidungen zu verhelfen. Nach dem Motto: Fit für die Zukunft, sollten Bezirksprojekte "bewusst" unter Einbeziehung der Bevölkerung gestaltet werden. Die Palette der dabei erarbeiteten Vorschläge reichte von der Umgestaltung der Thurnstiege bis zu einem Zukunftsplan Alsergrund. Entscheidend war das Erleben einer positiven Unterstützung. "Wichtig ist, dass nicht nur die Ideen
von den Bürgerinnen und Bürgern kommen", so Projektleiterin Mag. Cornelia Ehmayer, "sondern dass man sie auf dem Weg zur
Realisierung auch weiterhin begleitet".

Die Zukunft der "Lokalen Agenda 21" am Alsergrund

"Dieser Prozess hat die Bezirkspolitik nachhaltig verändert", so Bezirksvorsteher Hans Benke, "diese Veränderung hat mehr Qualität in die Politik gebracht und ist eine Chance für die Demokratie". Daher wird die ´Lokale Agenda 21" im Alsergrund weitergeführt. Dazu bekennen sich sowohl Bezirkspolitiker als auch alle Beteiligten. Es wird allerdings weiterhin der bewährten Mischung aus ehrenamtlichem Engagement und professioneller Begleitung bedürfen, um weiterhin erfolgreich zu sein. Dazu gehört auch das Bekenntnis, die notwendigen finanziellen Ressourcen bereitzustellen.

AKTIVITÄTEN der ´Lokalen Agenda 21" im Alsergrund

o 1. Bereits umgesetzte Projekte

- Aktionstag im Herbst 99: An unterschiedlichen öffentlichen Plätzen im Bezirk wurden alle geplanten Projekt(vorhaben) präsentiert. Von der Umgestaltung Thurnstiege, über die Neugestaltung der Porzellangasse bis zum Zukunftsplan Alsergrund.

- Ein Video über die Thurnstiege wurde von einem Filmemacher gedreht

- Der interaktive Spielplatz "wir bauen ein Raumschiff -Aktivspielplatz für kleine und große Kinder", wurde im Rahmen des Aktionstages am Julius Tandler-Platz erstmals aufgestellt.

- Die Neugestaltung Porzellangasse begann mit der Reinigung von leer stehenden Geschäften. Ziel war die Verschönerung des Stadtbildes zur Förderung der Nahversorgung.

o Bildungsarbeit

- Kontakte mit Bildungseinrichtungen im In- und Ausland,
Vorträge und Veranstaltungen, sowie eine Seminarreihe zur Weiterqualifizierung für Agenda Aktive an der Volkshochschule WienNordWest.

O 2. Projekte in Umsetzung

- Umfrage und Bürgerversammlung bei der Thurnstiege mit dem Ziel im Herbst mit einer partizipativen Umgestaltung zu beginnen

- Waschmittelkampagne: Aussendung an alle Haushalte im Bezirk "Waschen ohne Gesundheitsrisiko"

- Zukunftsplan Alsergrund: "Netzwerk nachhaltiger Akteure im
9. Bezirk" Print- und Online-Version

- Umwelt- und Energiemanagement in Amtshäusern und anderen öffentlichen Gebäuden des 9. Bezirks

- Öffentlichkeitsaktion Kunstautomat "Kunst zum Mitnehmen":
Studentinnen und Studenten der Wiener Kunstschule produzieren
in ihren Kursen Kunstobjekte für die Lokale Agenda im Alsergrund

- Begrünungs- und Beleuchtungsmaßnahmen in der Porzellangasse zur weiteren Attraktivierung

- Zwei Diplomarbeiten über den Agenda Prozess in Zusammenarbeit mit der Universität Wien

- Agenda Ideen- und Projektwerkstatt als Anlaufstelle für zukünftige Projektvorhaben
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