Umwelt/Wasser/Februar

Februar: Zu warm und viel Niederschlag Aktueller Bericht des Landeswasserbauamtes Bregenz

Bregenz (VLK) - Gemessen am langjährigen Durchschnittswert
wies der Februar 2000 überdurchschnittliche Temperaturen und Niederschläge auf. Die Tagesmittel der Lufttemperaturen lagen
bis 3,7 Grad über dem langjährigen Durchschnittswert. Die Niederschläge lagen bei 120 bis 270 Prozent gegenüber der Normalmenge. Das teilt der Hydrographische Dienst im Landeswasserbauamt Bregenz in seinem aktuellen Monatsbericht
mit. ****

Außer den überdurchschnittlichen Lufttemperaturen und Niederschlägen waren auch die Abflüsse sowie die Grundwasserstände im Februar auf Grund der hohen
Niederschläge über den Mittelwerten. Vom 7. des Monats bis
20. Februar gab es mehrere Atlantiktiefs verbunden mit Niederschlägen. Die höchsten Tagesniederschlagssummen waren
an einigen Messstationen über 40 Millimeter. In höheren Lagen betrug die aufsummierte Neuschneehöhe vom 6. bis 21. Februar
über zwei Meter. Zum Ende des Monats kam es zu einem Temperaturanstieg auf über zehn Grad in Tallagen.

Niederschlag und Lufttemperatur

Im Februar sind folgende Niederschlagssummen aufgeteilt
auf die verschiedenen Talschaften aufgetreten:

Im Rheintal 80 bis 120 Millimeter (150 bis 260 Prozent), Bregenzerwald 150 bis 240 Millimeter (170 bis 220 Prozent),
Walgau 85 bis 110 Millimeter (185 bis 220 Prozent), im Großen Walsertal und Laternsertal 170 bis 245 Millimeter (190 bis
220 Prozent), im Montafon 120 bis 150 Millimeter (140 bis 185 Prozent) sowie am Arlberg und Tannberg 165 bis 175 Millimeter
(230 bis 270 Prozent). Vom 7. bis 20 Februar regnete bzw.
schneite es im Februar zumeist täglich. Die höchsten Niederschläge mit maximalen Tagessummen über 40 Millimeter
wurden je nach Gebiet am 8., 13. und 20. Februar gemessen.

In Zürs gab es im Februar in Summe insgesamt 224
Zentimeter Neuschnee (täglich aufsummierte Neuschneewerte).
Vom 7. bis 21. Februar fielen dabei insgesamt über 200
Zentimeter Neuschnee. Die Schneehöhe erreichte Ende Februar
176 Zentimeter und lag somit 14 Zentimeter über dem
langjährigen Mittelwert. Die Lawinengefahr erreichte an
einigen Tagen die Gefahrenstufe 4 der fünfstufigen Skala.

Die Summe der Niederschläge im Jahr 2000 bis Ende Februar
liegt zwischen 80 und 135 Prozent im Vergleich zu den
langjährigen Mittelwerten.

Das Tagesmittel der Lufttemperatur lag im Februar im
Rheintal meistens über dem Nullpunkt. Der Februar 2000 hat
eine unterdurchschnittliche Anzahl an Frosttagen. Das
Monatsminimum wurde hauptsächlich am 21 und 22. des Monats festgestellt. In Zürs trat dabei ein Tagesmittel von -15,7
Grad auf (Minimum -23,2 Grad!).

Über den gesamten Monat Februar gesehen, lagen die Lufttemperaturen meistens deutlich (1,4 bis 3,7 Grad) über
dem langjährigen Durchschnitt. Das Monatsmaximum wurde
überwiegend am 8. Februar erreicht.

Abflussgeschehen

Die Abflüsse der Oberflächengewässer blieben im Februar
über dem Durchschnitt. An der Bregenzerach lag der mittlere Monatsabfluss bei 67,4 Kubikmeter pro Sekunde(langjähriges
Mittel 30,0 Kubikmeter pro Sekunde). Am Rhein lag der
mittlere Abfluss mit 151 Kubikmeter pro Sekunde (langjähriges Mittel 123 Kubikmeter pro Sekunde) ebenfalls über dem Durchschnittswert. Das Niederwasser lag bei 74,9 Kubikmeter
pro Sekunde, das Hochwasser bei 266 Kubikmeter pro Sekunde.
Bei der Dornbirner Ach war der mittlere Abfluss im Februar
mit 8,94 Kubikmeter pro Sekunde deutlich über dem
langjährigen Mittel von 3,91 Kubikmeter pro Sekunde.

Die Wassertemperatur an der Bregenzerach lag im
Berichtsmonat mit 2,9 Grad um 1,3 Grad über dem Mittelwert
(1,6 Grad). Auch am Rhein lag die Wassertemperatur mit 4,1
Grad über dem langjährigen Mittelwert (3,3 Grad).

Der Wasserstand des Bodensees stieg vom Monatsanfang bis
zum 20. Februar fast kontinuierlich von Pegelstand 75 auf 99 Zentimeter. Vom 26. Februar bis zum Monatsletzten fiel der Pegelstand von 99 auf 96 Zentimeter. Ende des Monats lag der Wasserstand 34 Zentimeter über dem mittleren
Bodenseewasserstand zu dieser Jahreszeit.

Das Monatsmittel über den Monat berechnet, lag bei 90 Zentimeter, und somit 28 Zentimeter über dem mittleren Bodenseewasserstand im Februar.

Die durchschnittliche Wassertemperatur am Bodensee, welche jeweils 50 Zentimeter unter der Wasseroberfläche gemessen
wird, lag im Februar mit vier Grad um ein Grad über dem langjährigen Monatsmittelwert von drei Grad.

Unterirdisches Wasser

Die Grundwasserstände stiegen praktisch den ganzen Februar
über leicht an. Diese Anstiege der Grundwasserstände waren
jedoch regional verschieden. An einigen höher gelegenen Grundwassermessstellen im Montafon und Klostertal konnten
erste Auswirkungen der Schneeschmelze beobachtet werden.
Gesamthaft gesehen lagen die Grundwasserstände im Februar
über den langjährigen Mittelwerten.

Auswirkungen der Abflussverhältnisse

Die Stromerzeugung im Februar 2000 lag in den Bereichen Bregenzerwald über 100 Prozent - im Großwalsertal im
Durchschnitt 80 Prozent - über dem Regelwert. In den
Bereichen der Vorarlberger Illwerke im Einzugsbereich Obere
Ill, Kops, Silvretta, Lünersee lag die Stromerzeugung 21
Prozent und beim Walgauwerk 26 Prozent über dem Regelarbeitsvermögen.

Beilagen: (9 Seiten)
-Messstellenübersicht der ausgewählten Stationen für den Monatsbericht
-Lufttemperatur-Monatswerte
-Niederschlagssummenlinien
-Niederschlags-Monatssummen
-Vergleich der Niederschlagssummen und
Lufttemperaturmonatsmittel
-Tagessummen Niederschlag und Lufttemperaturtagesmittel
einiger Stationen
-Schneeverlauf von Zürs - Winter 1999/2000 im Vergleich zu
Mittel- und Extremwerten und Wasserstandsbewegung des
Bodensees von 2000 im Vergleich zu Mittel- und Extremwerten
-4 ausgewählte Grundwasser-Messstationen im Vergleich zu
Extrem- und Mittelwerten
-Niederschlags- und Lufttemperaturdaten der ausgewählten
Stationen mit Wasserstandsganglinie Rhein vom Februar 2000

Die Hydrologische Charakteristik ist samt Grafiken wie
immer auch im InVoNet www.vorarlberg.at/Landesregierung/lwba/lwba.htm)
nachzulesen.
(so/ug,nvl)

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