"Kleine Zeitung" Kommentar: "Körberlgeld"

Ausgabe vom 30.3.2000

Graz (OTS) - Eigentlich hätte man erwarten können, dass der Vorschlag von den Gewerkschaftern mit Befriedigung zur Kenntnis genommen wird.

Entgegen der Meinung des Bundeskanzlers, wonach eine Erhöhung des Krankenkassenbeitrags nicht in Frage komme, schlug nämlich der Kärntner Landeshauptmann genau diese Maßnahme
vor, die vom Präsidenten der Sozialversicherung schon
immer als unumgänglich bezeichnet wurde.

Auch die Öffnung der Beitragsgrenze ist eine alte Forderung der Gewerkschafter, weil das Limit die Wohlhabenden begünstigt,
da sie nicht von ihrem ganzen Einkommen den Beitrag leisten müssen.

Statt zustimmendem Beifall gab es ablehnendes Schweigen. Das lag weniger daran, dass die Idee von Jörg Haider stammte, sondern an der Gegenfor derung, den Arbeiterkam merbeitrag zu senken.

Außerdem hat selbst der Vorschlag, die Beitragsgrenze zu öffnen, einen Pferdefuß. Als Gewerkschaft und Sozialministerium noch in einer Hand waren, wurde die Beitragsgrundlage für die
AK an jene im ASVG gekoppelt. Das beschert der Arbeiterkammer jährlich ein hübsches Körberlgeld. Fällt die Höchstgrenze, wäre es wohl auch mit der angenehmen Automatik vorbei. ****

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035

Kleine Zeitung,

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKZ/OTS