Das WirtschaftsBlatt - Kommentar

"Nur Mut" von Wolfgang Unterhuber

Wien (OTS) - Er ist zwar nicht direkt zur Wahl gestanden, aber der Sieger beim Urnengang der Wirtschaftskammer heisst eindeutig Christoph Leitl. Man möge sich nur kurz vorstellen, welches Ergebnis der Wirtschaftsbund unter einem Leo Maderthaner eingefahren hätte. Im Unterschied zu seinem Vorgänger, der zuletzt den Esprit eines Alfred Gusenbauer verkörperte, steht Leitl für Dynamik und Reformwillen Zumindest hat er sich in den vergangenen Monaten so präsentiert. Hinzu kam, dass sein Widersacher aus Salzburg, Günter Puttinger, das Handtuch warf und Leitl so ungehindert die Landespräsidenten des Wirtschaftsbundes auf Neubeginn einschwören konnte. Die Unternehmer registrierten das mit Wohlwollen - und die Formel Wirtschaftsbund ist gleich Wirtschaftskammer bleibt weiterhin gültig. Das darf freilich nicht darüber hinwegtäusch en, dass viele der 300.000 österreichischen Unternehmer nach wie vor mit ihrer Vertretung alles andere als zufrieden sind. So verschlingen die Aussenhandelsstellen fast ein Viertel des jährlichen Bundesbudgets von acht Milliarden Schilling. Welche Arbeit für so viel Geld geleistet wird, ist nicht immer ersichtlich. Das ist nur ein Beispiel, wo Leitl jetzt zeigen muss, was er wirklich kann. Denn versprochen hat er in den vergangenen Monaten viel. So sieht er sich als Speerspitze im Kampf gegen die Übersozialisierung und Bürokratieauswüchse. Klein- und Mittelbetriebe will er vor allem in den technologischen Bereichen unter die Arme greifen. Ausserdem sollen die Unternehmer weniger Steuern zahlen (no na), und die Sozialpartnerschaft müsse reformiert werden. Über all das hat sich Leitl zuletzt in unzähligen Interviews mehr oder weniger theoretisch ausgelassen. Konkrete praktische Lösungsansätze liess er aber bisher vermissen.Umso höher sind jetzt die Erwartungen. Nicht zuletzt auch deswegen, weil er als oö. Wirtschaftslandesrat einiges erreicht hat. So flott wie in Oberösterreich wird heute sonst in keinem Land ein Betrieb angemeldet und bewilligt. Die Kammer ist aber nicht Oberösterreich. Leitl muss jetzt ganze Heerscharen von zuweilen eher behäbigen Kammerfunktionären von der Notwendigkeit sicher nicht immer lustiger Reformen überzeugen. Als Dopingmittel wird in den Kammerhochburgen gerade Leitls neuestes Buch herumgereicht. Titel des Epos1: "Nur Mut" (Schluss) wu

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