Schokolade als Medizin fürs Herz? Thema des Monats März 2000

Wien (OTS) - Bei einem Kongreß der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft (AAAS) stellten Experten die neuesten Ergebnisse über die gesundheitliche Bedeutung der Schokolade vor. Daß ein großer Schokoladefabrikant die Studien finanzierte, mindere Ihren Wert nicht, versicherten die Wissenschafter, da alle Ergebnisse von unabhängigen Forschern überprüft wurden. Die Präsentation der neuesten Ergebnisse der Schokoladeforschung war auch für das Institut für Ernährungswissenschaften in Wien ausschlaggebend, demnächst eine Studie zu diesem Thema durchzuführen.

Für die möglichen gesundheitlich förderlichen Wirkungen der Schokolade scheinen die im Kakao enthaltenen gesundheitsfördernden Phytochemikalien verantwortlich zu sein. Der Kakaogehalt ist als wichtiger Bestandteil der Schokolade in den verschiedenen Schokoladesorten sehr unterschiedlich. Wichtig ist also vor allem die Auswahl. Reich an Kakaopulver ist vor allem in der dunklen Schokolade. Hingegen enthält Milchschokolade nur wenige, weiße Schokolade keiner dieser im Kakao enthaltenen nutzbringenden Substanzen.

Kakaobohnen sind reich an Flavonoiden, die stark antioxidativ und entzündungshemmend wirken. Sie wirken auf die Gefäßwände des Herzens entspannend und wirken jenen Prozessen entgegen, die Blutgefäße verhärten und zum Herzinfarkt führen können.

Als weiterer Gesundheitsaspekt ist das im Kakao enthaltenen Theobromin von Bedeutung, daß ebenfalls als schwaches Herzstimulanz wirkt. Untersuchungsergebnisse zeigen, daß der Theobromin- und Flavonoidgehalt vom Schalengehalt sowie einer Reihe von technologischen Faktoren abhängig ist und in den verschiedenen Schokoladerzeugnissen stark variiert.

Kakaogenuß scheint sich auch positiv auf die Cholesterinwerte auszuwirken. Versuche im Reagenzglas ergaben, daß Kakao die Bildung des sogenannten schlechten Cholesterins (LDL - Low Density Lipoprotein) bremsen und auch über diesen Prozeß gut für das Herz sein können.

Für die Stimmungsteigerung nach dem Genuß von Kakao werden Glückshormone wie Serotonin und Cannabis-wirksame Substanzen verantwortlich gemacht. Schon die frühen Bewohner Mittelamerikas (z.B. die Mayas) verschrieben Kakao gegen Angstzustände, Müdigkeit und Depressionen. In Vollmilchschokolade sind diese Substanzen allerdings in so geringen Konzentrationen enthalten, daß der positive Einfluß auf unsere Psyche wohl eher darauf zurückzuführen ist, daß viele Menschen mit diesem Lebensmittel positive Erlebnisse assoziieren. Während Kinder mit Schokolade für gute Leistungen belohnt werden, darausfolgend gilt Sie im Erwachsenenalter vor allem für Frauen als Seelentröster.

Fazit: Daß der Genuß von Schokolade nur in Maßen Gewinn bringen kann, versteht sich von selbst. In Vollmilchschokolade sind Phenolische Stoffe in so geringen Konzentrationen enthalten, dass Schokolade weiterhin nicht als "Medizin fürs Herz", sondern als wohlschmeckendes Lebensmittel betrachtet werden sollte. Reich an gesundheitsfördernden Phytochemikalien ist aber vor allem Obst und Gemüse. Diese Lebensmittel belasten auch nicht mit unnötigen Kalorien. Bereits ein kleiner Schokoladeriegel von 100 Gramm enthält mehr als 500 Kilokalorien, wobei der Fettgehalt bei über 50 Prozent liegt.

Autorin: Mag. Alexandra Gruber, Ernährungswissenschafterin

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