Positive Prognose 2000 für Exporte nach Lateinamerika

Freihandelsabkommen EU/Mexiko erleichtert Geschäft ab 1. Juli -Österreichische Ausfuhren 1999 um 10,3 Prozent gesunken

Wien (PWK) - Die Wachstumskurven der lateinamerikanischen Wirtschaften zeigen nach dem Rezessionsjahr 1999 wieder nach oben. Den Bruttoinlandsprodukten werden für 2000 je nach Land zwischen 3 und 5 Prozent vorausgesagt. "Dies ist ein vielversprechendes Indiz dafür, dass auch Österreichs Exporteuren heuer wieder ein positives Geschäftsjahr ins Haus steht", ist Hartwig Seuchter, Lateinamerika-Experte in der Wirtschaftskammer Österreich, überzeugt. "1999 verzeichneten die österreichischen Ausfuhren nach Lateinamerika noch einen Rückgang von 10,3 Prozent auf 8,7 Mrd Schilling. Da auch die Importe aus dieser Region schrumpften (-13,9 Prozent), konnte das traditionelle Handelsbilanzaktivum Österreichs mit Lateinamerika aber gut beibehalten werden.

Erfreulicherweise entwickelten sich die österreichischen Exporte nach Brasilien, dem wichtigsten Handelspartner in dieser Region, 1999 bereits leicht positiv. Trotz der schwierigen Wirtschaftslage verbunden mit einer massiven Abwertung des Reals zu Jahresbeginn '99, sind die österreichischen Exporte in diesen 160 Millionen Einwohner zählenden Markt um 0,2 Prozent auf 3,4 Mrd Schilling gewachsen. "Nachdem die Gesamtimporte Brasiliens 1999 gesunken sind, bedeutet dies für Österreich einen Gewinn von Marktanteilen in Brasilien", erklärt Seuchter.

Es sei den österreichischen Exportunternehmen gelungen, zu diversifizieren und speziell den Auswirkungen der Talfahrt ihres wichtigsten Kunden, der brasilianischen Automobilindustrie, zu entgehen. Positive Exportergebnisse konnten vor allem bei chemischen Erzeugnissen, Medikamenten und Pharmazeutika, Straßenfahrzeugen und deren Teile, Metallbearbeitungsmaschinen sowie elektrischen Maschinen verzeichnet werden. Aus Brasilien importiert wurden 1999 vor allem Kaffee, Fruchtsaftkonzentrate, Papier, Eisenerz und Kfz um 2 Mrd Schilling, was einem Rückgang von 17,2 Prozent entspricht.

In die meisten anderen großen Märkte Lateinamerikas mussten die österreichischen Exporte Einbußen hinnehmen. Dies gilt für Mexiko (-21,1 Prozent) genauso wie für Argentinien (-24,3 Prozent) und Venezuela (-21 Prozent). Als positive Ausnahme fällt Chile auf, wohin die österreichischen Exporte 1999 um 10,7 auf immerhin fast eine halbe Milliarde Schilling gesteigert werden konnten.

Nach Mexiko wurden 1999 Waren im Wert von 1,7 Mrd Schilling exportiert und um 1,3 Mrd Schilling (+40,1 Prozent) importiert. Für 2000 rechnet Seuchter mit einer deutlichen Besserung der Exportsituation: "Einerseits durch den Wirtschaftsaufschwung in Mexiko, andererseits durch das, kürzlich beim EU-Gipfel in Portugal unterzeichnete Freihandelsabkommen EU/Mexiko. Für 48 Prozent der EU-Warenexporte bedeutet das Abkommen, das mit 1. Juli 2000 in Kraft tritt einen sofortigen Zollabbau, ab 2007 wird alles zollfrei laufen." In Kürze (April 2000) starten darüber hinaus Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem gesamten Mercosur (Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay), ergänzt Seuchter.

Das Investitionsklima in Lateinamerika bezeichnet Seuchter als günstig. Besonders erfolgreich entwickelten sich österreichische Investitionen in den letzten Jahren im Bereich der Kfz-Zulieferindustrie. Gleichzeitig weist der Lateinamerika-Referent darauf hin, dass insgesamt noch vergleichsweise wenig, nämlich nur knapp 100 österreichische Firmen, Niederlassungen vor Ort gegründet haben. "Eine nachhaltige Bearbeitung der Märkte auf dem Wege einer eigenen Niederlassung ist aber die mit Abstand erfolgsversprechendste Variante." Um den österreichischen Firmen, Land und (Geschäfts-)Leute näher zu bringen, hat die Wirtschaftskammer Österreich für heuer vier Wirtschaftsmissionen nach Lateinamerika sowie zahlreiche Messebeteiligungen geplant. (Ne)

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