Svihalek für EU-Wasserstiftung

Internationaler Kongress Water 2000 im Rahmen der Aqua-Therm - Hoher Sanierungsbedarf der Wasserwirtschaft in Osteuropa eröffnet österreichischen Unternehmen Exportchancen

Wien (OTS) - Die Gründung einer EU-Wasserstiftung schlug der
Wiener Umweltstadtrat Fritz Svihalek am Mittwoch anlässlich der Eröffnung des Internationalen Kongresses Water 2000 im Rahmen der Aqua Therm bei der Messe Wien vor. Europäische Länder mit ausreichenden Wasserressourcen sollten ihr Know-how bei der Wasserversorgung jenen Staaten zur Verfügung stellen, die Nachholbedarf bei der Gewinnung von Trinkwasser haben.

Svihalek kann sich etwa vorstellen, dass die Stadt Wien ihre Erfahrungen bei der Sanierung von Rohrnetzen in diese Stiftung einbringt. Andere Städte - etwa Berlin - könnten ihre Technologien zur Wasseraufbereitung zugänglich machen. Wichtig sei, dass Kommunen und auf Wassertechnologien spezialisierte Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen gemeinsam anbieten. Überlegungen, Trinkwasserüberschüsse etwa nach Asien oder Afrika zu exportieren, bezeichnete der Stadtrat als "Illusion": dies sei technisch nicht machbar.

Die politische Diskussion um Trinkwasservorräte und Wasserversorgung sollte mit grösserer Sorgfalt geführt werden, monierte Svihalek: Wenn man heute die Wiener auffordere, Wasser zu sparen, sei dies "unehrlich", denn "jeder Liter Wasser, der nicht in die Hochquellenleitung fließt, landet in der Donau und hilft auch jenen nicht, die dringend Wasser benötigen."

In Russland beziehen rund drei Viertel der Bevölkerung Wasser aus öffentlichen Netzen - mehr als etwa in Portugal (58 Prozent). Der Qualitätsstandard für Trinkwasser entspreche jenem in Europa, doch werde die tatsächliche Wasserqualität diesen Anforderungen nicht gerecht und verschlechtere sich tendenziell, berichtete Prof. Evgueny Poupyrev vom Moskauer Institut für Wasser- und Abwasserforschung. In der früheren UdSSR habe der Staat jährlich umgerechnet rund 10 Mrd. US-$ in die Erhaltung der Trinkwassersysteme gesteckt, doch seien diese Investitionen schon am Beginn der Peristrojka gestoppt worden.

Heute befänden sich bereits 60 Prozent des Moskauer Wassernetzes in einem schlechten Zustand.

Der Tarif, den Wasserwerke von ihren Abnehmern verlangen dürfen, decke die tatsächlichen Kosten nur zu etwa 40 Prozent. Deshalb könne das Ziel der Regierung, in die Wassernetze bis zum Jahr 2010 50 Mrd. US-$ zu investieren, nur durch Drittfinanzierung erreicht werden.

Desolat ist auch der Zustand der rumänischen Wasserwirtschaft, berichtete Georghe Moraru von der Romanian Water Assiciation in Bukarest. Allein 23 Prozent des Wassers gehe durch Leckagen in den Rohrleitungen und durch undichte Wasserentnahmestellen verloren. Die Qualität des unbehandelten Wassers habe nicht einmal das Niveau der Güteklasse Eins von Flüssen und als Folge unzureichender Technologien erreiche auch aufbereitetes Wasser nicht den Standard von Trinkwasser.

In den mittel und osteuropäischen Reformstaaten sei der Wasser-und Abwassermarkt eine Wachstumsbranche, erklärte Erwin Sebron von VA Tech Wabag. Die zum Teil unterschiedlichen Strukturen und Rahmenbedingungen erforderten jedoch eine differenzierte Risikoanalyse und Chancenbewertung: "Eine einheitliche Strategie zur Bearbeitung des Marktes wird nicht zielführend sein."

Der Water Kongress findet noch bis einschließlich 31. März im Messe Wien Congress Center auf dem Messegelände Wien statt.

Anmeldungen zum Water Kongress werden bei der Messe Wien noch entgegengenommen bei Mag. Daniela Erlach, Tel. (+43-1) 727 20-388, daniela.erlach@messe.at

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