Lawinengefahr heißt Lebensgefahr: Jeden Winter 20 Tote "Sicher Leben" warnt vor den fünf gefährlichsten Fehleinschätzungen

Wien (OTS) - Innerhalb des letzten Jahrzehnts starben in jeder Wintersaison durchschnittlich 20 Menschen bei einem Lawinenabgang im freien Gelände. Die Überlebens-Chancen unter den Schneemassen mit bis zu einer halben Tonne Gewicht pro Kubikmeter sinken nach einer Viertelstunde rapide. Bereits nach einer Stunde kann nur noch jeder dritte Verschüttete lebend geborgen werden. Die meisten der verunglückten Skifahrer oder Snowboarder treten die verhängnisvolle Lawine selbst los. Meist reichen schon geringe Belastungen zum Auslösen, etwa das Gewicht einen Skifahrers, um zig Tonnen von Schneemassen loszutreten. So dürfte es auch beim gestrigen Unglück am Kitzsteinhorn in Salzburg gewesen sein.

Viele Abgänge passieren an Schattenhängen. Besonders in Kammlagen und auf der vom Wind abgewandten Seite bilden sich Schneewechten und Verfrachtungen.

Einfache Faustformeln zur Lawinenerkennung gibt es nicht "Einerseits verunglücken unerfahrene Anfänger, andererseits leichtsinnige Alpinisten. Eine einfache Faustformel zur Einschätzung der Lawinengefahr gibt es nicht. Laien haben bereits bei Warnstufe 2 nichts mehr abseits der gesicherten Pisten zu suchen. Aber auch für Experten bedeutet das eine ernstzunehmende Warnung", meint Dr. Rupert Kisser, Leiter des Institutes "Sicher Leben".

"Sicher Leben"-Sicherheitstips

Unerfahrene Tiefschneefahrer haben ohne fachkundigen Begleiter und geeigneter Ausrüstung abseits der gesicherten Hänge nichts verloren. Schulungen und Auskünfte über richtiges Verhalten und Ausrüstung in den verschneiten Bergen bieten zum Beispiel der Österreichische Alpenverein und die Naturfreunde Österreich an.

Vor einer Skitour Informationen über Lawinengefahr einholen. Täglich aktuelle Lawinen- und Wetterinformationen bieten: Lawineninfo-Nummer:
Vorwahl der jeweiligen Landeshauptstadt plus 1588. Lawinen-Faxabruf:
0512-58183981. Teletext Seite 615. Internet: www.lawine.at

Lawinengefahr ist Lebensgefahr, daher Absperrungen und Warnschilder unbedingt befolgen.

Blinkende gelbe Lawinenleuchten in den Talstationen des jeweiligen Eintritts in das Skigebiet bedeuten akute Lawinengefahr abseits der Pisten.

Die fünf verhängnisvollsten Fehleinschätzungen bei Lawinengefahr:

Wenig Schnee bedeutet nicht geringe Lawinengefahr!

Auch bei tiefen Temperaturen kann es zu Lawinen kommen!

Bereits vorhandene Skispuren sind nicht zwangsläufig Kennzeichen eines lawinensicheren Hanges!

Neuschnee braucht oft länger als zwei Tage, bis er sich gesetzt hat und tragfähig ist!

Bodenunebenheiten sind keine Garantie für sicheren Halt der Schneedecke!

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Mag. Thomas Lettner
Institut "Sicher Leben"
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