Nürnberger: Kleine zahlen drauf, Kranke werden bestraft

ÖGB für sozial gerechte Reformen

Wien (ÖGB) "Sollte die Regierung ihre Vorhaben zur Pensionsreform umsetzen, werden wieder einmal die kleinen Leute bestraft, die ihr Lebtag hart arbeiten," sagt ÖGB-Vizepräsident Rudolf Nürnberger, Vorsitzender der Gewerkschaft Metall - Bergbau - Energie zu den gestern, Dienstag von der Pensionskommission vorgelegten Plänen.++++

Der ÖGB leugne nicht die Notwendigkeit von Reformen im Pensionssystem. Der ÖGB fordert mehr Beitragsgerechtigkeit durch faire Beiträge der Bauern und der Selbstständigen. "Das wäre ein erster Schritt zu mehr Gerechtigkeit im Pensionssystem," sagt Nürnberger. Man könne aber nicht das Pensionsantrittsalter für jene anheben, die durch ihre Arbeit krank werden, "sozusagen als Bestrafung dafür, dass sie der Wirtschaft nicht mehr als vollwertige Arbeitskräfte dienen können." Das löse weder die Probleme im Pensionssystem, noch sei das eine für den Arbeitsmarkt positive oder sinnvolle Maßnahme.

Der ÖGB fordert außerdem Maßnahmen für eine intakte Arbeitswelt, mit gesunden Arbeitsplätzen, mit ausreichend Möglichkeiten für ältere Beschäftigte. "Wer will, dass die Menschen länger arbeiten, der muss Arbeitsplätze anbieten, und zwar solche, die nicht krank machen", sagt Nürnberger.

Der Vorsitzende der Pensionskommission der Bundesregierung, Univ.Prof. Dr. Theodor Tomandl, sprach bei der Präsentation der Vorschläge davon, dass die "sozialen Anliegen in systemkonformer Weise" berücksichtig werden müssten. "Das dürfte gelungen sein, wenn sich Professor Tomandl auf die Systematik der Bundesregierung bezieht, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ständig einseitig zu belasten", sagt Nürnberger.

Nürnberger verweist in diesem Zusammenhang auf einen "aufschlussreichen Zugang zur Pensionsproblematik seitens des Wirtschaftsbundes: "Dass Wirtschaftsbundpräsident Christoph Leitl im Wirtschaftskammerwahlkampf eine Mindestpension für Unternehmer von 20.000 Schilling fordert ist eine schallende Ohrfeige für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die ihr Lebtag oft unter härtesten Bedingungen arbeiten." (nk)

ÖGB, 29. März 2000 Nr. 205

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