"Neues Volksblatt" Kommentar: "Dynamit" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 29.3.

LINZ (OTS) - In den Vorschlägen der Pensionskommission ist reichlich Dynamit versteckt. Die Bundesregierung hat die Qual der Wahl, welche der möglichen Sprengsätze sie hochgehen lässt. Doch ehe die selbsternannten Sprengmeister aus der Opposition genüsslich zur Lunte greifen, ist festzuhalten, dass im Interesse künftiger Generationen keine Koalition um das Bohren von Sprenglöchern herumkommen würde. Jeder, der heute in helle Empörung verfällt, sollte daher tunlichst vermeiden, jemals selbst Regierungsverantwortung zu übernehmen. Das Hantieren mit Sprengstoff bliebe ihm sonst nicht erspart. Selbstverständlich sind die Vorschläge der Kommission noch nicht Gesetz und alle Parteien und Seniorenlobbies werden noch ein gewichtiges Wort mitzureden haben. Bei nüchterner Betrachtung sind aber schon jetzt einige Grundsätze erkennbar: 1. Trotz gegenteiliger Propaganda wird in bestehende Pensionen nicht eingegriffen. 2. Pensionsanpassungen unter der Inflationsrate sind noch keine Kürzung, sondern eine mögliche Gleichstellung mit den Aktiven. 3. Frühpensionierungen nur aus Gründen des Arbeitsmarktes sind eine Fehlentwicklung. 4. Wenn Witwen mit hoher Eigenpension (nur die sind betroffen) auf einen Teil ihres "ererbten" Einkommens verzichten müssen, ist das noch nicht unsozial.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782

Neues Volksblatt

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PVL/OTS