Faymann: Stadterneuerung in Wien

Maßnahmen in sanierungsbedürftigen Stadtteilen - Aktueller Stand und Ausblick

Wien (OTS) "Fast 20.000 moderne, attraktive Wohnungen
entstehen derzeit - entweder durch Neubau oder durch Sanierung -
in den erneuerungsbedürftigen Stadtteilen Wiens."
Diese absolute Spitzenbilanz zog Wohnbaustadtrat Werner Faymann am Dienstag in der Pressekonferenz des Bürgermeisters.

"Konkret sind im Rahmen der Stadterneuerung," so der Wohnbaustadtrat, "derzeit 524 Projekte mit rund 11.000 Wohnungen
und einem Bauvolumen von 4,65 Milliarden Schilling in Sanierung
oder werden dafür vorbereitet. Das ist absoluter Rekord und zeigt die Dynamik, die bei der Verbesserung unserer Stadt entstanden
ist. Gleichzeitig werden 106 Neubauprojekte mit über 8.000 Wohnungen verwirklicht."

"Jedes Projekt in diesen Bezirken," so der Wohnbaustadtrat, "erhält von uns Vorrang. Sichergestellt wird es durch ein neues Punktesystem, dass die Lage des Projektes besonders hoch beurteilt und daher in diesen Bezirken vorgereiht werden. Im Durchschnitt haben daher im vergangenen Jahr im Grundstücksbeirat eingereichte Projekte in den erneuerungsbedürftigen Gebieten innerhalb von 3
bis 4 Monaten eine Jury-Beurteilung erhalten." Stadtrat Faymann:
"Kursänderungen im Wohnbau werden durch die lange
Bauvorbereitungs- und Planungszeiten leider erst immer einige
Jahre später sichtbar. Jetzt ist es soweit! Die Baukräne stehen endlich an den richtigen Stellen!" Wesentlichste Voraussetzung der Fortsetzung und Forcierung dieser Stadterneuerungsmaßnahmen ist, dass weiterhin Wohnbauförderungsmittel für Neubau und Wohnhaussanierung im erforderlichen Ausmaß zur Verfügung stehen.

Beschleunigung durch neues Punktebewertungssystem

Die Rahmenbedingungen für die Umlenkung der Wohnbauförderungsmittel mit dem Ziel der Attraktivierung sanierungsbedürftiger Gebiete wurden in den letzten Jahren laufend verbessert. Förderungsansuchen sowohl im Bereich der Wohnhaussanierung als auch des Wohnhausneubaus werden durch ein Punktebewertungssystem gereiht, bei dem die Kriterien so gestaltet sind, dass Projekte in sanierungsbedürftigen Stadtteilen
vorgereiht werden, also schneller eine Förderung erhalten und
daher rascher umgesetzt werden können.

"Die Investitionen in diesen Gebieten," so Wohnbaustadtrat Werner Faymann, "verbessern nicht nur Wohnqualität und das Erscheinungsbild, sondern sind auch ein wichtiger Beitrag zur Integration."

Wohnungsneubau

Ein zweiter Bestandteil der Verbesserung dieser Stadtteile
ist die Verlagerung des Wohnungsneubaues vom Stadtrand genau in
jene Gebiet Wiens, die dringend positive Impulse brauchen, auch
hier ist die gewünschte Entwicklung bereits eingetreten: Mehr als 60 % der Neubauprojekte befinden sich bereits in diesem erneuerungsdringlichen Gebiet.

Durch dieses lagebezogene Steuerungsinstrument erhalten Neubauprojekte in erneuerungsdringlichen Zählbezirken im Durchschnitt schon innerhalb von 4 Monaten ab vollständiger
Vorlage der Projektunterlagen beim Grundstücksbeirat eine Jurybewertung und in der Folge nach Vorliegen der Förderungsvoraussetzungen sehr rasch und prioritär Wohnbauförderungsmittel zugesichert.

Die neue Schwerpunktsetzung zeigt sich auch anhand folgender Zahlen: Mit Stand Dezember 1999 befinden sich in den erneuerungsdringlichen Zählgebieten 106 Neubauprojekte (von gemeinnützigen und gewerblichen Bauträger bzw. der Gemeinde Wien) mit 8.105 Wohnungen, die entweder seit 1999 in Bau oder in Bauvorbereitung sind.

Davon befinden sich 24 Projekte mit 2.577 Wohnungen seit 1999 in Bau; bei den verbleibenden 82 Projekten mit 5.578 Wohnungen ist zum Großteil im Jahr 2000 mit einem Baubeginn zu rechnen.
Die Umsetzung dieser Projekte erfordern Wohnbauförderungsmittel
von rund 3,5 Mrd. öS und lösen ein Investitionsvolumen von mehr als 10 Mrd. öS aus.

Bei den genannten Zahlen an Neubauprojekten sind Projekte, deren Errichtung schon vor 1999 begonnen wurde oder die
mittlerweile schon fertig gestellt sind, nicht enthalten (zum Beispiel Wien 2., Remise Vorgartenstraße mit 580 Wohnungen; Wien 15., Alliogasse mit über 200 Whg.; Bereich Meiselmarkt; Wien 16., Gebiet Neu-Ottakring mit rund 870 Whg.; Wien 20., Bereich Handelskai, Bereich Forsthausgasse, Brigittenauer Lände; u.a.)

Wohnhaussanierung

Die Intensivierung der Investitionstätigkeit in den städtebaulichen Problemgebieten zeigt sich auch im Bereich der geförderten Sanierung (Sockelsanierung, Blocksanierung, Totalsanierung, Erhaltungsförderung): Mit Stand Dezember 1999 befanden sich in diesen Stadtteilen 524 Sanierungsprojekte mit
4,65 Mrd. öS Gesamtsanierungskosten seit 1999 in Bau oder in Bauvorbereitung. Davon sind 267 Projekte mit 2,3 Mrd. öS Sanierungskosten seit 1999 in Bau; Bei 257 Projekten mit 2,35 Mrd. öS Sanierungskosten ist ein Baubeginn im Jahr 2000 geplant.

Die bezirksweise größte Anzahl an Wohnhaussanierungsprojekten befindet sich in den Bezirken 2, 5, 10, 15, 16, 17 und 20, also genau in jenen Bezirken, die den größten Investitionsbedarf haben.

Die positive Tendenz der Schwerpunktverlagerung der Wohnhaussanierung in die erneuerungsbedürftigen Stadtbereiche
zeigt sich auch, wenn man die Anteile der
Wohnhaussanierungsvorhaben in den unterschiedlichen Projektphasen untersucht. Betrachtet man die Bezirke 15 bis 18, auf die die wesentlichsten Bereiche der EU-Urban-Zone entfallen sind und auf
die die Kriterien der städtebaulichen Problembereiche in
besonderem Maß zutreffen, zeigt sich, dass der Anteil der Sanierungsvorhaben in diesen Bezirken im Vergleich zu allen Sanierungsvorhaben steigend ist. Während der Anteil der Projekte, die schon eine Förderungszusicherung erhalten haben oder schon in Bau sind 34,9 % beträgt, macht der Anteil jener Projekte, die
schon einen Vorprüfbericht haben (also schon vom WBSF geprüft sind, aber noch nicht alle Förderungsvoraussetzungen erfüllen) 39,9 % und der Anteil jener Sanierungsvorhaben, für die eine Förderung erst vor kurzem beantragt wurde (Einreichstadium) schon 43,3 % aus.

Weiterführende Maßnahmen

Wenn auch die Umorientierung der Wohnbauförderung und der Wohnhaussanierung gut angelaufen ist und zu greifen beginnt, ist eine weitere Forcierung und Beschleunigung sinnvoll.

Es wurden daher noch 1999 weitere Vereinfachungen im Verfahrensablauf vorgenommen. Dazu gehören insbesondere:

o Vermeidung von "Doppelprüfungen" durch Übereinkommen zwische

dem WBSF und der Magistratsabteilung 25, nachdem durch die
Novelle des Mietrechtsgesetzes im Jahr 1999 die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen wurden.
o Vorcheck des Wiener Bodenbereitstellungs- und

Stadterneuerungsfonds (WBSF) vor Antragstellung zur Klärung der Förderbarkeit.
o Vereinfachtes Sanierungskonzept für die Erlangung eines

Vorprüfberichtes zur Beschleunigung des Prüfverfahrens.

Zusätzlich wurden sowohl im Bereich der Wohnhaussanierung
als auch des Neubaus Änderungen im Wohnbauförderungsrecht beschlossen, die zu einer weiteren Verbesserung führen sollen.
Dazu gehört die (Erweiterung der) Möglichkeit, für Geschäftsräume Wohnbauförderungsmittel zu erhalten, um die sinnvolle funktionale Durchmischung von Wohn- und Arbeitsbereichen in den Stadtteilen zu verbessern und die Nahversorgung sichern zu helfen. Gleichzeitig wurde die Förderung des Dachgeschossausbaus im Zuge einer Wohnhaussanierung verbessert.

Aber auch zukünftig wird es erforderlich sein, sich anhand praktischer Erfahrungen zeigende Möglichkeiten der Effizienzsteigerung, der Beschleunigung und Forcierung des Stadterneuerungsgeschehens im Bereich der Wohnbauförderung, des Flächenwidmungs- und Baubewilligungsverfahrens, der Bauträger und sonstigen Akteure, auszuschöpfen, um eine nachhaltige Verbesserung der sanierungsbedürftigen Stadtteile zu erreichen. (Schluss) wj

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