ÖGB-Jugend fordert personelle Konsequenzen für Grazer Prügelchef

Unverständlicher Freispruch - Prügel sind kein Kavaliersdelikt

Wien (ÖGB). Massive Kritik äußerte heute der Vorsitzende der ÖGB-Jugend, Albert Maringer, zum Freispruch eines Unternehmers, der seinen Lehrling geprügelt hat. Maringer: ”Dieses Urteil ist ein Angriff auf den Rechtsstaat und ein Freibrief für alle Lehrbeauftragte, Lehrlinge körperlich zu züchtigen.” ++++

Dieser Vorfall sei kein Einzelfall, so Maringer, dieser Unternehmer sei kein ”schwarzes Schaf”, wie von der Wirtschaftskammer so gerne behauptet wird. Übergriffe auf Lehrlinge von Seiten des Lehrbeauftragten seien an der Tagesordnung, werden aber von der Wirtschaft sehr gerne heruntergespielt.

Maringer: ”Viele Lehrlinge werden in ihrer Ausbildungszeit mit Prügel konfrontiert, schweigen aber aus Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Zu einem Outing kommt es daher oft erst nach Abschluss der Ausbildung.”

Das Verhalten des Grazer Chefs sei umso unverständlicher, da er auf Grund seiner Funktion als Innungsmeister und Vorsitzender bei Berufsprüfungen auch Vorbildwirkung haben sollte. Maringer: ”Bei Prügelstrafe für Lehrlinge, müsse es persönliche Konsequenzen des Innungsmeisters geben. Diese Geisteshaltung ist verabscheuenswürdig und darf sich nicht als Kavaliersdelikt durchsetzen.”

Kritisch sieht Maringer auch das Urteil des Richters: ”Wenn der Tatbestand ‚geschlagen zu werden‘, für eine Verurteilung des Angeklagten nicht ausreicht, wie weit ist es dann mit dem Rechtsstaat gekommen?” Auf diese Weise, bleiben Schwächere über, werden Täter zu Opfern. Maringers Resümee: ”Ein unverständliches Urteil, das jedem Gerechtigkeitssinn widerspricht.” (bfm)

ÖGB, 28. März 2000 Nr. 201

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