Rehabilitation von Unfallopfern gefährdet: Regierung plant Beitragssenkung für Unfallversicherung

Linz (AKO) Die Regierung plant eine Senkung des Beitrages zur Unfallversicherung von 1,4 auf 1,2 Prozent der Bemessungsgrundlage zur Sozialversicherung. Dadurch werden sich die Arbeitgeber jährlich 1,2 Milliarden Schilling sparen. Fehlen wird das Geld bei der Rehabilitation von Unfallopfern, bei der Erforschung von Berufskrankheiten oder bei der Beseitigung von Unfallursachen in den Betrieben.

"Sparen und Sozialauswüchse verhindern - mit solchen Formulierungen versucht die Regierung, ihre Geschenke an die Unternehmer zu verschleiern. Bezahlen müssen die Arbeitnehmer - im neuesten Anschlag mit ihrer Gesundheit," sagt AK-Präsident Hubert Wipplinger. Die Senkung der Beiträge zur Unfallversicherung um 0,2 Prozent bringt den Unternehmern jährlich 1,2 Milliarden Schilling, der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) kostet sie 15 Prozent ihres Budgets.

Ein Großteil der Leistungen der AUVA, vor allem die Unfallrente, ist gesetzlich festgelegt. Einsparungen sind bei einer Kürzung des Budgets daher nur bei den freiwilligen Leistungen möglich. Das betrifft fast ausschließlich die Rehabilitation von Unfallopfern und Vorsorgemaßnahmen.

Lärm- und Gehörmessungen werden ebenso eingeschränkt werden müssen wie die Erforschung von Unfallursachen und Berufskrankheiten. "Auf krebserregende Arbeitsstoffe wird man dann wieder durch Zufall stoßen, wenn bereits zig Arbeitnehmer dadurch ihr Leben lassen mussten", sagt Wipplinger. Deutlich niedriger werden auch die Ausgaben für berufliche Umschulungen von Unfallopfern oder für Hilfsmittel ausfallen. Selbst dringend notwendige Investitionen, wie der Neubau des Unfallkrankenhauses, scheinen nicht mehr gesichert.

"Zuerst ruinieren sich die Leute bei der Arbeit ihre Gesundheit, weil das Geld für die Unfallverhütung fehlt. Und dann bekommen die Betroffenen auch noch eine unzureichende Rehabilitation", empört sich AK-Präsident Wipplinger. Und selbst das Spar-Argument sei unsinnig, meint er. Spart man nämlich bei Vorbeugemaßnahmen, muss man ein Vielfaches davon für die Reparatur der Gesundheit ausgeben und erzeugt noch dazu menschliches Leid.

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