Dritter toter Seeadler gefunden!

Die Giftleger schlagen wieder zu!

Wien (OTS) - Wieder wurde ein toter Seeadler in Niederösterreich gefunden. Das Tier wird derzeit untersucht, alle Anzeichen -aufgeschlagene Flügel, verkrampfte Fänge - deuten auf einen qualvollen Gifttod durch Carbofuran hin. Die Befürchtungen des WWF, dass bis zu einem Viertel des Seeadlerbestandes im heurigen Winter vergiftet worden ist, bestätigen sich leider immer mehr. Der tote Seeadler wurde Ende letzter Woche von der Gendamerie auf einem Feld in Wampersdorf gefunden. Wenige Tage zuvor, am 22.3. war in unmittelbarer Nähe ein frischer Giftköder - Innereien eines Wildtieres - entdeckt worden. Bei der Nachsuche stieß die Gendamerie dann auf den toten Adler. Bei dem Vogel handelt es sich um ein Jungtier. Es war beringt und stammte aus Tschechien. "Jetzt reduzieren die Giftleger schon die Seeadler Populationen der Nachbarländern. Wie lange soll das noch weitergehen?" empört sich Ulrich Eichelmann, Kampagnenleiter der WWF-Aktion "Lass sie leben", "Es ist höchste Zeit, dass die Jägerschaft endlich aktiv wird."

Dieser Seeadler, ein Jungvogel, ist bereits das dritte Giftopfer, nach einem toten Seeadler Männchen in Pottenhofen bei Drasenhofen im Jänner und einem vergifteten Seeadler Weibchen am Rande des Nationalparks Donau Auen im Februar.

Begonnen hatte alles am 22. März, als ein Spaziergänger bei der WWF-Gifthotline den Fund verdächtiger blaugefärbter Innereien meldete. Der Fundort: ein Feld bei Wampersdorf an der Leitha im südlichen Wiener Becken. Eine Untersuchung belegte den Giftverdacht, die Innereien waren mit Carbofuran präpariert worden. Die Gendamerie von Pottendorf führte daraufhin eine Nachsuche in der Umgebung durch und fand dabei den toten Seeadler. Derzeit wird dieser Jungvogel auf der Universität für Veterinärmedizin in Wien untersucht. "Alle Anzeichen deuten zweifelsfrei auf eine Vergiftung durch Carbofuran hin. Man sieht dem Vogel noch jetzt die elendigen Qualen an, die er durchlitten hat", so Dr. Hans Frey von der Veterinärmedizinischen Universität.

Der Adler dürfte allerdings schon vor einigen Wochen verendet sein, darauf lässt der Verwesungszustand schließen. Er kann also nicht von dem jetzt gefundenen, frischen Giftköder gefressen haben "Das heißt, dass hier die Täter wiederholt Köder ausgelegt haben, vermutlich den ganzen Winter über", so Ulrich Eichelmann, und weiter:
"Bei diesen Wiederholungstätern muss der Landesjagdverband endlich aktiv werden. Es gibt inzwischen weit über 90 Vergiftungsopfer allein in diesem Winter, darunter 3 Seeadler. Nur geklärt wurde noch keiner dieser Fälle!".

Der WWF und die Tierschutzorganisation Vier Pfoten rufen die Bevölkerung auf, weiterhin auf verdächtige Köder und Opfer zu achten und sie der Gifthotline unter 0676/4446612 zu melden. Die Hotline ist jederzeit erreichbar und wird bis November von den Vier Pfoten betreut.

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