Presseaussendung Österreichische Gesellschaft für Neurologie und Psychiatrie

Wien (OTS) - In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts
hat die psychiatrische Praxis einen ungeheuren Entwicklungsschub mitmachen können: Es wurden neue psychotherapeutische Techniken und Methoden eingeführt und Dank des psychopharmakologischen Fortschritts konnten viele, wenn nicht alle, psychischen Störungen günstig beeinflußt werden. Diese Entwicklung hat auch einen Humanisierungsschub in der Psychiatrie ausgelöst. Gewalt in der Psychiatrie ist ein Phänomen, das aus unserer Sicht heute der Vergangenheit angehört. Die Gesellschaft hat - z. B. in Form der Patientenanwälte - ein scharfes Auge auch auf Machtausübung in der Psychiatrie. Die Umstände, die jetzt zur Anklage gegen den Psychiater Dr. Heinrich GROSS geführt haben, haben ihre Ursache in einer unseligen politischen Entwicklung, die heute als überwunden gelten kann. Die Sektion Psychiatrie der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie und Psychiatrie möchte sich von den Ereignissen, die zur Klageerhebung von Herrn Dr. Heinrich GROSS geführt haben, deutlich distanzieren. Wir sind uns der ständigen Bedrohung des Menschen in verschiedenen Machtstrukturen sehr wohl bewußt und halten es für unsere vordringlichste Aufgabe, den Hintergrund unserer psychiatrischen Tätigkeit zu erhellen und abzuklären. Nur eine permanente Aufklärung der Patienten wie aller derjeniger, die im psychiatrischen Bereich tätig sind, kann uns helfen, das gemeinsame Ziel einer menschlichen Psychiatrie zu erreichen.

Für die Sektion Psychiatrie
Univ.-Prof. Dr. H. G. Zapotoczky
Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie
und Psychiatrie

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Univ.-Prof. Dr.H.G.Zapotoczky
Tel.: 0316 385 36 12

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS