Knoll

Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Botschaft verschweigen? Ausgabe vom 28. März 2000 Klagenfurt (OTS) - Die evangelische Superintendentin Gertraud Knoll war bei der Wiener Großdemo gegen den Rassismus für die Wahrung der Menschenrechte öffentlich eingetreten. Das war, offenbar freiheitlich indoktrinierten Kirchgängern, zu viel. Heute sind Knoll, ihre Familie, ihre Kinder Ziel menschenrechtsverachtender Verleumdungen und Drohungen. Knoll wird ,,linkslinke" Parteilichkeit vorgeworfen. Kirche, so heißt es seitens der FPÖ, habe "Äquidistanz zu allen politischen Lagern einzuhalten". Abgesehen davon, dass auf katholischer Seite auch Bischof Kurt Krenn nichts von Äquidistanz hält, und genau deshalb klerikales Liebkind der Freiheitlichen ist, ist die politische Forderung nach christlicher Äquidistanz gegenüber den Parteien der Versuch, der Kirche die Wurzel zu ziehen. Es kann nicht Aufgabe der Kirche sein, ein gleichrangiges Nahverhältnis zu den Parteien aufzubauen, um sich mit allen gleich gut zu stellen, es liegt an den Parteien, ihre Distanz oder Nähe zur Kirche selbst zu bestimmen. Dabei kommen die einen etwas näher, die anderen bleiben sehr fern. Das ist in Ordnung. Aber. Wer eine Superintendentin als "untragbar" einstuft, weil sie den Menschenrechten zuliebe "auf Demos" geht, definiert nicht Kirche, sondern seine eigene Distanz zu biblischen Werten und zu Kirche. Wenn politisch motiviert, Aufgaben der Kirche von Parteigängern definiert werden und Zuwiderhandelnde verfolgt und verleumdet werden, läuten die Sturmglocken. Was den Unterschriftensammlern gegen Gertraud Knoll vorschwebt, ist das Schweigen der Kirche, das Verschweigen der Botschaft.

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