"Kleine Zeitung" Kommentar: "Der Polterer" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 28.3.2000

Graz (OTS) - Eine Änderung des Wahlrechts macht den Vergleich schwierig. Die Arbeiterkammerwahlen dauern diesmal zwei bis drei Wochen, außerdem wurde die Briefwahl zugelassen.

Wer profitiert davon? Die mächtigen Gewerkschaften, die ihre straff organisierten Großbetriebe geschlossen zu den Wahlurnen führen kann? Oder die profilierten Außenseiter, weil sie auf dem Postweg Stimmen einheimsen können, die bisher für sie nicht erreichbar waren?

Die erste Antwort kommt aus Tirol, wo Fritz Dinkhauser einen fulminanten Wahlsieg feierte. Sein ÖAAB wuchs von 45 auf 64 Prozent. Den Sprung zur Zweidrittelmehrheit verdankte Dinkhauser nicht zuletzt der durch die Briefwahl von 27 auf 60 Prozent gestiegenen Wahlbeteiligung.

Die andere Antwort liefert die farbige Figur des AK-Präsidenten. Dinkhauser, ein ehemaliger Bobfahrer und Hammerwerfer, ist über seine Heimat hinaus mit der deftigen Kritik bekannt geworden, die er nicht nur an der SPÖ, sondern vorzugsweise auch an der ÖVP, seiner eigenen Partei, übt.

Auch wenn der Vergleich Jörg Haider hinkt, eines hat der Tiroler Polterer mit dem Populisten gemein: Die Wähler wollen Leute, die es den Mächtigen hineinsagen.

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