Bauordnungen ignorieren Fensterstürze von Kindern!

"Sicher Leben" empfiehlt Fenstersicherungen

Wien (OTS) - Fensterstürze zählen zwar nicht zu den häufigsten, wohl aber zu den schwersten Kinderunfällen. Die meisten dieser Unglücksfälle verursachen schwere Wirbelsäulen- und Schädelverletzungen, die oft der Grund bleibender Schäden sind. Jedes Jahr sind etwa 3 Todesopfer zu beklagen. Erst vergangene Woche stützte wieder ein Kleinkind aus dem dritten Stock eines Hauses in Wien-Meidling. Glücklicherweise endete dieser Sturz glimpflich, was meist nicht der Fall ist.

Mit Beginn der warmen Jahreszeit Ende März findet man kaum ein Haus, bei dem nicht Fenster oder Balkontüren zum Lüften offen stehen. Mit Frühjahrsbeginn steigt daher auch die Zahl der Unglücksfälle, die mit billigen und vor allem einfachen Fenstersperren erst gar nicht passieren müßten. Das Institut 'Sicher Leben' empfiehlt daher Eltern von Kleinkindern, ihre Fenster ab dem 1. Stock nachträglich mit Fenstersperren zu sichern, sofern nicht Kippmechanismen das Öffnen unmöglich machen und fordert, Kindersicherungen durch Änderungen in den Bauordnungen zur Standardausstattung neuer Hausfenster zu machen.

Unterschätzte Fähigkeiten

Kinder im 2. bis zum 3. Lebensjahr sind besonders gefährdet, da in diesem Alter gerade Schnelligkeit und Geschicklichkeit der Sprößlinge von den Eltern unterschätzt werden. In diesem Alter können die Kleinen bereits innerhalb kurzer Zeit Tische und Sessel verschieben, um so an Fenster zu gelangen, die etwa zum Lüften geöffnet wurden. Da ihnen Eltern diese Fähigkeit oft noch nicht zutrauen, sind die meisten Kinder zum Unfallzeitpunkt allein oder zumindest für einen Augenblick unbeaufsichtigt.

Fenster als besondere Verlockung

Mit dem 2. Lebensjahr beginnt auch die Phase des "Selber-machen-wollens". Die Aufsicht oder gar die Hilfe der Erziehungsberechtigten wird als störend empfunden. Die Kleinen wollen nicht mehr gefüttert werden, sondern selbst mit dem Löffel essen, sich selbst anziehen oder sich alleine die Hände waschen. Da sich in diesem Alter auch der Entdeckungsdrang durchsetzt, wollen sie vor allem ihre Umgebung ohne fremde Hilfe untersuchen. Blumen am Fensterbrett oder Geräusche von der Straße lassen Fenster oder Balkontüren zu Pforten einer interessanten Welt werden.

Verbote helfen nichts

Verbote und Erklärungen sind notwendig, können die Kinder aber nicht zuverlässig schützen, da die Gefahr in diesem Alter noch nicht verstanden wird.

"Sicher Leben"-Sicherheitstips: Kindersicherung einbauen

Gute Kindersicherungen verhindern nicht nur, daß Fenster weiter als 10 cm geöffnet werden können, sondern auch das Schließen. Dadurch können sich die Kleinen nicht die Finger einklemmen, wenn sie das Fenster zudrücken.

Am besten sind Sperren, die bereits in den Fenstergriff integriert und mit einem Schlüssel zu öffnen sind. Aber auch der nachträgliche Einbau von Kindersicherungen ist kein Problem. Bei der Montage wird eine Schiene am Fensterrahmen angebracht, in die am Fensterflügel montierte Haken oder Ketten einrasten. Durch einen Mechanismus, der nicht von Kinderhand betätigt werden kann, kann die Sicherung entriegelt werden.

Kindern keine Aufstiegshilfe geben

Leicht bewegbare Gegenstände wie Tische oder Sessel aus dem Fensterbereich oder von Balkonen verbannen.

Balkongitter so anordnen, daß die Sprößlinge nicht an ihnen hochklettern können, z.B. keine Querlatten. Abstand der senkrechten Stäbe nicht größer als 12 cm.

Gefährliche Geländer mit Holz oder dickem Markisenstoff verkleiden.

"Sicher-Leben"- Forderung: Kindersicherung Standard für Hausfenster

"Man braucht kein Hellseher zu sein, um mit Beginn der warmen Jahreszeit mehr Fensterstürze vorherzusagen. Eltern können ihre Kinder weder ständig beaufsichtigen, noch wegsperren. Das sollten doch auch Gesetzgeber, Bauträger, Bauherrn oder Hersteller von Fenstern wissen. Eine Kindersicherung kostet nicht mehr als zwei Päckchen Zigaretten, schützt dabei das Leben der Kinder und erleichtert das der Eltern. Es ist mir daher unverständlich, warum Kindersicherungen noch nicht Standard für Hausfenster sind", sagt Dr. Rupert Kisser, Leiter des Institutes "Sicher Leben".

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