Postgewerkschaft geht auf die Barrikaden !!!

Konzeptlosigkeit und Mißwirtschaft des Postvorstandes sollen nun die Beschäftigten büssen. Mit "Speed" soll vom Versagen der Unternehmenspolitik ablenkt werden.

Wien (OTS) - "Seit neun Monaten hat der Vorstand nichts anderes getan, als ständig anzukündigen. ralte Konzepte, die bereits vor 2 -3 Jahren nicht brauchbar waren, sollen jetzt wieder aufgewärmt werden", sagt der Landesvorsitzende der Postgewerkschaft für Wien, Niederösterreich und Burgenland, Gerhard FRITZ.

Konkret wirft der Personalvertreter dem Vorstand vor:

+ Während in Wien, Nö und Bgld. von September 1998 bis Jänner 2000 der Personalstand um ca. 1700 Bedienstete (d.s.11 %) reduziert wurde, ist die Generaldirektion im selben Zeitraum um ca.180 Beschäftigte (d.s. 28 %) angewachsen.

+ Auf den Postämtern wurden somit in Wien, NÖ und Bgld. mehr als 1 Milliarde Personalkosten eingespart, während die Generaldirektion ihre Personalkosten um ca. 220 Mio Schilling erhöht hat.

+ Den bereits für Oktober 1999 zugesagten, funktionierenden Gesamtschalter gibt es bis heute nicht.

+ Das Modernisierungsprogramm der Postämter, das man bis Ende 2001 österreichweit abgeschlossen haben wollte, verzögert sich um Jahre. Allein das im heurigen Jahr vorgesehene Investitionsvolumen von ca. 250 Mio wurde auf ca. 1/3 gekürzt (75 - 80 Mio).

+ Mangelnde Koordination zwischen Auftragsannahme, Auflieferung und Fakturierung bei Großkunden hat dazu geführt, daß die Postler Millionen von Sendungen 'gratis' befördert und zugestellt haben. Bedeutsame Einnahmenausfälle waren die Folge. Fachleute sprechen von bis zu 2 Milliarden Schilling Schaden für die Post AG pro Jahr.

+ Der Spatenstich für das Briefzentrum Ost, der für Anfang April 2000 vorgesehen war, verzögert sich. Bis zum heutigen Tag gibt es keine Baubewilligung.

+ Die Kooperation mit der französischen La Poste, die bereits Ende Jänner 2000 unterschrieben werden sollte, ist bis heute nicht zustande gekommen.

"Der Vorstand möge zuerst seine 'Hausaufgaben' erledigen, bevor er den Postlerinnen und Postler mangelnde Arbeitsleistung vorwirft", ärgert sich Gerhard Fritz. Das Speed-Programm des Postvorstandes sieht der Landesvorsitzende als Hüftschuß gegen die hart arbeitenden Bediensteten der Post AG, um von der Konzeptlosigkeit des Vorstands und dem Versagen seiner bisherigen Unternehmenspolitik abzulenken.

Das Speed-Programm ist abzulehnen, da es nur Maßnahmen vorsieht, die eine ungerechtfertigte Erhöhung des Arbeitsdrucks im ausübenden Postdienst bedeutet. Sollte der Vorstand seine Ankündigungen in die Praxis umsetzen, sind alle Kampfmaßnahmen, die Gewerkschaft und Personalvertretung haben, denkbar.

"Der Vorstand wird die Verantwortung zu tragen haben, wenn er Wind sät. Er braucht sich dann nicht wundern, wenn er dafür Wirbelstürme erntet !" stellt der Landesvorsitzende Gerhard Fritz abschließend fest.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Gewerkschaft der Post- und
Fernmeldebediensteten;
Landesgruppe Post für Wien, NÖ und Bgld
Tel. 31313-1165 oder 0663/099210Karl Jany

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS