"Kleine Zeitung" Kommentar: "Charaktere" (von Stefan Winkler)

Ausgabe vom 27.3.2000

Graz (OTS) - So, so, Gerald Mikscha (28) zieht sich also nach nur drei Monaten als FPÖ-Bundesgeschäftsführer aus der Politik zurück, und auch Peter Westenthaler (32) will eine seiner zwei Hauptfunktionen - Klubchef oder Generalsekretär - wegen "Überlastung" zur Disposition stellen.

In der FPÖ ist die neue Bescheidenheit ausgebrochen. Schön, dass das bald "einfache Parteimitglied" Jörg Haider nicht nur bei den schmucken Klamotten weiter den Trend vorgibt, sondern so wie die schwarzen Rollkragenpullis nun auch das Abdanken in der FPÖ schick gemacht hat.

Dennoch, irgendwie beschleicht einen der Verdacht, dass die FPÖ mit der neuen Regierungsverantwortung personell überfordert ist. Jüngstes Beispiel - Sozialministerin Elisabeth Sickl, in deren Büro den Eintagsfliegen bereits bessere Überlebenschancen eingeräumt werden als den Pressesprechern, die einander im Wochenrhythmus die Klinke in die Hand drücken.

"Ein hohler Charakter zeichnet sich dadurch aus, dass er eben keinen Charakter besitzt", wusste einst bereits der Moralist La Bruyere -in Bezug auf die dünne Personaldecke der FPÖ geradezu prophetische Worte. ****

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