FORMAT: Leitl in Format: "Höheres Tempo bei der Budgetsanierung"

Koalition sollte länger als eine Periode zusammenarbeiten

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem am Montag erscheinenden Nachrichtenmagazin FORMAT nimmte der designierte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl zur aktuellen politischen Lage Stellung. Leitl übt, wie zuletzt Nationalbank-Gouverneur Klaus Liebscher Kritik am ersten Budgetentwurf der Bundesregierung: "Ich bin da ganz bei Klaus Liebscher. Es muß ein höheres Marschtempo bei der Budgetsanierung geben."

Leitl glaubt weiters, daß aus der FPÖ eine Partei wie jede andere werden könne: "Wenn es gelingt, aus einer radikal formulierenden, populistischen Anti-Europa Partei eine ganz normale politische Gruppierung zu machen, ist das für Europa nicht so schlecht. Mir ist die FPÖ lieber in einer Regierung, als auf der Straße. Mit dieser Strategie stabilisieren wir die Demokratie in Österreich. In der FPÖ steckt sehr viel positives Potential, das zuletzt zugeschüttet war. Wenn man 14 Jahre Oppositionspartei war, kann man sich nicht gleich in allen Äußerungen als staatstragende Regierungspartei geben. Die Mutation von der Raupe zum Schmetterling passiert nicht ohne Friktionen. Ich habe bei vielen Gespräche im Ausland in den letzten zehn Jahren einen Eiertanz aufführen müssen. Darum reagiere ich ja immer so heftig, wenn Haider durch seine Sager mühsame Arbeit in Sekunden zerstört."

Leitl ist, wie schon vor den Wahlen dafür das 13. und 14. Gehalt abschaffen. Leitl: "Ich bin weiter dafür zwölf Gehälter auszuzahlen - unter Beibehaltung aller steuerlicher Vorteile." Mit dem Verhalten Jörg Haiders ist der zuletzt massive Haider-Kritiker Leitl zufrieden:
"Herr Haider hält sich gut. Das sollte man auch anerkennen. Aber wir sollten ihn nicht ganz abschieben, sondern uns weiter ernsthaft mit ihm beschäftigen."

Der Kammerpräsident ist dafür, daß die schwarz-blaue Koalition länger als nur eine Periode zusammenarbeiten soll. Leitl: "Wenn diese Regierung ihre Arbeit gut macht und von der Bevölkerung bei den nächsten Wahlen mit genügend Vertrauen ausgestattet wird, steht einer Fortsetzung nichts im Weg."

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: 01/21755-6745

FORMAT-Innenpolitik

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS