"profil": US-Management der BA soll Warnungen unterschätzt haben

Ex-BA/CA-I-Vorstand Hörhager: "Risiken waren bekannt"

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in
seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, dürfte
das Management der Bank Austria entgegen bisheriger
Annahmen bereits frühzeitig über drohende Probleme in
den USA orientiert gewesen sein. Bereits 1998 soll der
damalige Konzern-Risikomanager Udo Szekulics,
mittlerweile stellvertretende Leiter der BA-Filiale
Hongkong, konkrete Szenarien errechnet haben, wonach
sich die BA bei steigenden Zinsen in den USA
überproportional hohen Risiken aussetze. BA/CA-Vorstand
Alarich Fenyves gegenüber "profil": "Diese Berechnungen
sind mir nicht bekannt. Ich kann aber versichern, dass die
Probleme in den USA nichts mit der Zinsentwicklung zu
tun haben."

Spekulationen, wonach die gekündigten US-Manager
Dennis O"Dowd und Martin Mittag-Lenkheym die Bilanzen
der US-Tochter geschönt hätten, um Verluste zu
kaschieren, werden von Fenyves gegenüber "profil"
wörtlich als "Latrinengerüchte" bezeichnet.

Der im Gefolge der Russlandkrise im Herbst 1998
geschaßte Ex-BA/CA-International-Vorstand Franz
Hörhager will selbst auch mehrfach vor den Risiken in den Vereinigten Staaten gewarnt haben. Gegenüber "profil"
verweist Hörhager auf eine Reihe von internen
Mitteilungen an Kollegen. Hörhager: "Es gab eine Reihe von
Memos. Ich frage mich was damit passiert ist."

Nach Angaben der Bank Austria sind Hörhagers
Wahrnehmungen "haltlos und unqualifiziert". Ein Sprecher
von Generaldirektor Gerhard Randa: "Das ist blanker
Unfug. Wir haben, als die Probleme in den USA erkennbar
wurden, sofort reagiert."

Wie bereits von "profil" berichtet, muss die Bank Austria
wegen drohender Zahlungsausfälle bei US-Kunden für
1999 Vorsorgen in der Höhe von umgerechnet 1,4
Milliarden Schilling bilden, doppelt soviel als ursprünglich budgetiert.

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