ÖGB Csörgits kritisiert tarnen und täuschen in der Frauenpolitik

Regierungsprogramm drängt Frauen aus dem Arbeitsmarkt

Wien (ÖGB). ”Hürden abbauen statt aufbauen”, das müsse das Ziel einer fortschrittlichen Frauenpolitik sein, betonte ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende Renate Csörgits bei der Diskussion ”Die Zukunft ist weiblich?”, Freitag Abend in Wels. Csörgits Kritik richtete sich gegen eine massiv konservative Frauenpolitik der blau-schwarzen Regierung. Die Abschaffung des Frauenministeriums, die Abschaffung des Karenzgeldes und fehlende Frauenförderprogramme seien äußert negative Signale für Frauen. ++++

”Statt einkommensabhängiges Karenzgeld und Frauenförderplänen gibt es nun Kinderbetreuungsgeld, ohne soziale Treffsicherheit. Statt Wiedereinstiegshilfen nach der Karenz, gibt es nun pensionsbegründende Kindererziehungszeiten. Diese Politik richtet sich entschieden gegen berufstätige Frauen, denn sie verdrängt Frauen aus dem Arbeitsmarkt.”

”Tarnen und täuschen”, bleibe unter dem Strich übrig, so Csörgits. Obwohl jeder wisse, dass gerade der Wiedereinstieg für Frauen eine besonders große Hürde ist, werde alles getan, um sie aus dem Arbeitsmarkt zu drängen. Die Ankündigung des Kinderbetreuungsschecks für sechs Jahre sei der Gipfel einer reaktionären Politik. Csörgits:
”Nicht nur, dass es keine Weiterentwicklung der Frauenpolitik gibt, werden Rückschritte strategisch geplant. ”

Das Belastungspaket der Regierung treffe Frauen besonders
schwer, denn gerade sie zählen in der Gesellschaft noch immer
zur Gruppe der sozial Schwachen und Armutsgefährdeten, so die ÖGB-Frauenvorsitzende. Auch dieser Schritt der Regierung, sei ein Indiz dafür, wie man mit Frauen in dieser Gesellschaft nicht umgehen sollte. (bfm)

ÖGB, 25. März 2000 Nr. 194

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