VAT warnt vor Rückschritt in der Telekom-Branche VAT-Präsident Schönthaler fordert die rasche Setzung überfälliger Schritte

Wien (OTS) - Eine konsequente und rasche Weiterführung der Liberalisierung im Telekommunikationsbereich forderte VAT-Präsident Dr. Helmut Schönthaler anlässlich des 5. VAT-Forums in Wien. "Noch immer liegen wesentliche Schritte zur Schaffung eines freien Wettbewerbs im Telekombereich vor uns," betonte Schönthaler "diese müssen allerdings rasch gesetzt werden, denn eine Verlangsamung des Tempos oder gar ein Stillstand bedeuten nicht nur in der Telekom-Branche einen Rückschritt, sondern gefährden massiv die adäquate Entwicklung unserer Volkswirtschaft." Der Leiter des WIK (Wissenschaftliches Institut für Kommunikationsdienste, Bad Honnef), Dr. Werner Neu, stellte im Rahmen des 5. VAT-Forums fest, dass der Wettbewerb mittlerweile als das durchgängige Prinzip auf den Telekommunikationsmärkten Europas gilt, betonte in diesem Zusammenhang aber, dass "trotz der Fortschritte auf dem Weg der Liberalisierung eine wirksame Regulierung jedoch nach wie vor erforderlich ist. Mit ihr muss der immer noch vorhandenen Gefahr begegnet werden, dass die ehemaligen Monopolunternehmen ihre verbleibende Marktmacht in bestimmten Bereichen zum Nachteil der neuen Anbieter und damit auch zum Nachteil der Kunden ausnutzen."

Die in den nächsten Monaten zu setzenden Aktivitäten sind zugleich die aktuellen Hauptanliegen des VAT, wie etwa die Weiterführung der sogenannten asymmetrischen Regulierung, bei deren Fehlen der Marktbeherrscher durch unkontrollierte Preis- und Rabattaktionen jede Konkurrenz vom Markt fernhalten könnte. Weiters sind die Schaffung wirksamer Sanktionen bei Nichtbefolgung von Bescheiden und vertraglichen Verpflichtungen sowie ein rascher und effizienter Instanzenzug bei den Regulierungsbehörden notwendig. Im Hinblick auf die laufenden Diskussionen über das Telekommunikationsgesetz (TKG) stellte Schönthaler fest, dass eine umfassende Novelle dieses Gesetzes überfällig ist und kein Auslangen mit kleinen Korrekturen gefunden werden kann. In diesem Zusammenhang forderte Schönthaler eine Ausstattung der Telekom-Control-Kommission mit einer proaktiven Vollmacht: "Nur wenn die Regulierungsbehörde in Zukunft von sich aus aktiv werden darf, können wertvolle Zeit und erhebliche Kosten gespart werden, was letztlich der gesamten Wirtschaft zugute kommt."

Wie richtig der Weg der Liberalisierung im Telekombereich für die gesamte Wirtschaft und für alle Kunden ist, wird durch das in den ersten Jahren der Liberalisierung stark verbesserte, sehr kundenorientierte Leistungsangebot, sowie durch die dramatisch gefallenen Endkundenpreise unterstrichen. Gleichzeitig haben sich die alternativen Telekom-Betreiber aber auch als volkswirtschaftlich bedeutsamer Faktor etabliert. Dies zeigen nicht zuletzt die Ergebnisse der aktuellen Erhebung der Eckdaten der im VAT vertretenen Unternehmen. So wurden bisher mehr als 5.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, wobei ein Ansteigen dieser Zahl im Jahr 2000 auf 7.000 erwartet wird. Die Umsätze der alternativen Betreiber haben sich im Jahr 1999 mit 14 Mrd. ATS gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt, die Pläne für heuer belaufen sich auf 26 Mrd. ATS. Alleine in den letzten beiden Jahren wurden knapp 20 Mrd. ATS von den neuen Netzbetreibern investiert.

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