Ederer: Territorialer Beschäftigungspakt Wien 2000

Positive Trendwende am Arbeitsmarkt soll stabilisiert werden

Wien, (OTS) "Mit dem Territorialen Beschäftigungspakt Wien ‘99 ist es gelungen die Trendwende am Arbeitsmarkt herbeizuführen", erklärte Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Mag. Brigitte Ederer am Donnerstag in einer Pressekonferenz, "Mit der Fortsetzung der aktiven Wiener Arbeitsmarktpolitik - dem Territorialen Beschäftigungspakt 2000 - soll diese Entwicklung erfolgreich stabilisiert werden". Im vergangenen Jahr konnte der Wiener Arbeitsmarkt erstmals seit 1994, also seit fünf Jahren,
eine spürbare Belebung erfahren. Die jahresdurchschnittliche Beschäftigung hat in Wien deutlich zugenommen. Der Anstieg betrug im Jahresdurchschnitt 8.400, von dieser Zunahme entfielen zwei Drittel auf Frauen. Die Arbeitslosigkeit nahm im
Jahresdurchschnitt um 4.400 ab. Neben der guten Konjunktur haben insbesondere die Maßnahmen des Territorialen Beschäftigungspakt 1999 die Trendwende am Wiener Arbeitsmarkt ermöglicht.

Ermutigt durch die positiven Erfahrungen mit dem "Territorialen Beschäftigungspakt Wien" (TBP) im Jahr 1999, haben die Partnerorganisationen des Paktes, die Gemeinde Wien, die Interessensvertretungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, das Arbeitsmarktservice Wien (AMS Wien) und der Wiener
ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (WAFF) beschlossen, die erfolgreiche Zusammenarbeit fortzusetzen. Das Landesdirektorium
des AMS und der Vorstand des WAFF haben einstimmig das Arbeitsprogramm 2000 im Rahmen des Territorialen
Beschäftigungspakt beschlossen.****

Zusätzliche Unterstützung für mehr als 9.000 arbeitslose Wiener und Wienerinnen

Wesentliches Ziel des TBP 2000 ist die zusätzliche Einbeziehung von rund 9.200 arbeitslosen Wiener und Wienerinnen in Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik. Rechnet man die erwartete Inanspruchnahme von Beratungsleistungen - vor allem im Bildungsbereich - dazu, werden rund 18.000 Personen von den Maßnahmen des TBP 2000 profitieren. Zusätzlich sind eine Reihe von Initiativen auf die Unterstützung von Wiener Unternehmen ausgerichtet.

Die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und Programme im Rahmen des TBP 2000 werden wie bisher durch das AMS Wien auf Grundlage
des Nationalen Aktionsplans für Beschäftigung und durch die Gemeinde Wien finanziert. Insgesamt ist der Einsatz von 791 Mio.
ATS geplant, von denen 294,4 Mio. ATS auf den WAFF und 357 Mio.
ATS auf das AMS Wien (inkl. ESF Mittel) entfallen. Dazu kommen 140 Mio. ATS für Beihilfen zur Deckung des Lebensunterhaltes.

Orientieren - Qualifizieren - Aktivieren

Nach Maßnahmenarten werden sich die TeilnehmerInnen (Einzelpersonen plus Unternehmen) folgendermaßen verteilen:

o Qualifizierung: 3.616
o Unternehmensbezogene Dienstleistungen: 692
o Integration: 3.355
o SÖB/GBP: 679
o Berufsorientierung: 1.540
o Gesamt: 9.882

Schwerpunkte des Territorialen Beschäftigungspakt Wien 2000

o 1. Langzeitarbeitslosigkeit verhindern

Nach wie vor ist ein hoher Bestand an Langzeitarbeitslosen eines der größten Probleme am Wiener Arbeitsmarkt. Maßnahmen zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit bzw. zur Verhinderung des Übertritts in Langzeitarbeitslosigkeit nehmen deshalb im Rahmen
des Territorialen Beschäftigungspakt 2000 einen zentralen Stellenwert ein.

Im Rahmen von Job Coaching Maßnahmen, wird bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt arbeitslos gewordenen Menschen
professionelle Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Job angeboten um ein Abgleiten in Langzeitarbeitslosigkeit zu verhindern. Daneben werden eine Reihe von umfassenden Qualifizierungs- und Aktivierungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose umgesetzt. Ein Beispiel dafür ist die stiftungsähnlichen Maßnahme "Dynamo 2000", die durch die Bündelung von Orientierungs-Qualifizierungs- und Aktivierungsschritte gerade für langzeitarbeitslose echte Chancen für einen beruflichen Neuanfang bietet.

o 2. Chancengleichheit fördern

Bereits im Territorialen Beschäftigungspakt 1999 haben Maßnahmen zum Abbau geschlechtsspezifischer Diskriminierungen am Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle gespielt. Auch für das Jahr 2000 haben sich WAFF und AMS zum Ziel gesetzt, mindestens 55% aller Maßnahmenplätze für arbeitslose Frauen zur Verfügung zu stellen. Exemplarisch sei das WiedereinsteigerInnenprogramm des WAFF "Wieder-In-2000" genannt, das 300 Frauen nach Jahren der Kinderbetreuung eine hervorragende Unterstützung für die Rückkehr ins Berufsleben bietet. Erstmals werden heuer im Rahmen von "Wieder-In" 100 Plätze ausschließlich für die Zielgruppe allein erziehender Frauen reserviert.

o 3. Maßnahmen für ältere ArbeitnehmerInnen

Vor dem Hintergrund des wachsenden Problemdrucks für ältere Arbeitnehmer wird im Beschäftigungspakt Wien 2000 ein besonderer Schwerpunkt für arbeitslose Menschen über 45 Jahre gesetzt werden:
die Zahl der TeilnehmerInnen an spezifischen Maßnahmen für ältere Arbeitslose soll mindestens 1.000 Personen erreichen.

o 4. Neue Chance für Beschäftigung - Maßnahmen für den

Wirtschaftsstandort Wien

Das Vorhandensein eines qualifizierten
Arbeitskräftepotenzials ist ein wesentlicher Standortfaktor in einer modernen Wirtschaft. Gerade in Wachstumsbranchen - etwa im Informationstechnologiebereich - entstehen neue und attraktive Arbeitsplätze. Trotz hoher Arbeitslosigkeit finden diese Unternehmen oft nur sehr schwer qualifiziertes Personal.

Durch Maßnahmen, wie sie das AMS im Rahmen der Initiative "Tele-Soft" bereits erfolgreich umgesetzt hat, sollen diese neuen Beschäftigungschancen für Wiener Arbeitslose eröffnet werden. In diesen Programmschwerpunkt fällt aber auch das im Juli des Vorjahres begonnene Projekt "Call Center Location Vienna - Vienna Calling".

"Wien bekennt sich mit diesem Maßnahmenpaket einmal mehr zu seiner arbeitsmarktpolitischen Verantwortung - wir erwarten uns allerdings auch von der neuen Bundesregierung entsprechende
Akzente im Bereich der Arbeitsmarktpolitik. Vor allem aber
erwarten wir uns, dass die Erfolge Wiens im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit nicht konterkariert werden", meinte Ederer abschließend. (Schluss) sto

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