ÖH: Kritik an Novellierung des Studienförderungsgesetz

Wien (OTS) - "Einerseits wird immer wieder die Förderung des dreigliedrigen Studiensystems betont und jetzt wird uns dieses Papier vorgelegt!" zeigt sich ÖH Vorsitzender Martin Faißt verärgert. "Wenn die Vorschläge des Wissenschaftsministeriums so umgesetzt werden, ist die soziale Absicherung der Studierenden beim Bakkalaureatstudium nicht gewährleistet", so Faißt. Wenn dieses Studium nicht in Mindeststudienzeit plus zwei Toleranzsemester absolviert wird, verfällt jeder Anspruch auf Studienbeihilfe beim Magisterstudium. Verschärfend hinzu kommt, dass festgeschrieben werden soll, dass 12 Monate nach Abschluss des Bakkalaureatstudiums das Magisterstudium begonnen werden muss, damit Studierende weiterhin Studienbeihilfe beziehen können. "Diese Regelungen ist wider dem Prinzip des lebenslangen Lernens und widerspricht auch der Idee des Bakkalaureats", erklärt Faißt. Das Bakkalaureatstudium ist auch dazu gedacht, dass nach dem ersten Abschluss Berufserfahrung gesammelt werden kann und dann das Studium fortgesetzt wird. "Diesen Zeitraum auf ein Jahr zu beschränken ist nicht im Sinne des Erfinders", so Faißt. Die ÖH wird an der Forderung der sozialen Absicherung des dreigliedrigen Studiums festhalten.

"Nicht ernst nehmen können wir die Vorstellungen des Ministeriums zur Regelung der Verdienstfreigrenzen", so Faißt. Zwar sollen die monatlichen Beschränkungen von öS 3977,- fallen, dafür soll die Verdienstfreigrenze für ein Jahr auf öS 47.747,- reduziert werden. Derzeit können Studierende pro Jahr bis zu öS 99 000,- verdienen "Es ist zwar nett, dass sich das Ministerium an einen Teil unserer Vorschläge erinnern kann. Aber einerseits eine Flexibilisierung einzuführen und im gleichem Atemzug die Höhe des Betrags um fast die Hälfte zu kürzen, werden wir nicht akzeptieren. Dabei werden wir auch auf die Zusage der Parlamentarier vertrauen, die quer durch alle Fraktionen die Unterstützung des ÖH- Modells bekundet haben", so Faißt.

Vorgeschlagen wird für die Novellierung auch, dass die Studierenden am Anfang des zweiten Semesters einen Leistungsnachweis von 7- 11 Wochenstunden erbringen müssen. "In vielen Studienrichtungen wir dies nicht möglich sein, auch aus organisatorischen Gründen. Einerseits mangelt es an Prüfungsterminen und -plätzen und andererseits scheitert es an den langen Korrekturzeiten in der Praxis und damit der nicht zeitgerechten Ausstellung der Zeugnisse. Keine Studienbeihilfe wäre die Folge und die Studierenden würden wieder einmal finanziell für die Probleme an den Universitäten bestraft. Die soziale Absicherung der Studierenden ist eines unsere Grundanliegen. Wir werden uns lautstark für die Interessen der Studierenden einsetzen", schließt Faißt.

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