"Neue Zeit" Kommentar: "Bussi, Bussi" (von Günther Gruber)

Ausgabe vom 22.3.2000

Graz (OTS) - Thema verfehlt, lautete wieder einmal das Urteil der Oppositionschefs Alfred Gusenbauer (SP) und Alexander Van der Bellen (Grüne) hinsichtlich des x-ten Versuchs der Regierungsparteien, Rot und Grün zu einem "Schulterschluss" zu bewegen.

Bei einer derart unterschiedlichen Einschätzung des Problems ausländischer Sanktionen gegen die schwarz-blaue Koalition war auch nichts anderes zu erwarten. Während Gusenbauer und Van der Bellen überhaupt nur zu derartigen Gesprächen hingehen, um einen Modus zu finden, die Maßnahmen gegen die Regierung nicht auch österreichische Schüler, Sportler oder ganz normale Auslandsurlauber spüren zu lassen, geht es Kanzler Wolfgang Schüssel und seiner Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer in erster Linie um die Regierung. Es soll den beiden nicht abgesprochen werden, dass sie einzelne Maßnahmen gegen die österreichische Bevölkerung betroffen machen, viel mehr jedoch versuchen sie die eigene Isolation mit Hilfe der Opposition zu überwinden. Die Regierungsmitglieder hätten gerne, dass ihnen bei internationalen Treffen mit ausländischen Kollegen wieder die Hände geschüttelt werden, niemand den Saal verlässt, wenn sie reden, sie zu gesellschaftlichen Ereignissen am Rande von Arbeitstreffen eingeladen werden und dergleichen mehr.

Wenn der FPÖ-Finanzminister auch außerhalb seiner Gesinnungsgemeinschaft im Parlament Bussi und Blumen bekommen möchte, kann das wahrlich nicht das Problem der Oppositionsparteien sein.

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