Krankenhaus Lainz: Drei ärztliche Spitzenpositionen neu besetzt

Rieder: Anteil an weiblichen Führungskräften in Wiener Krankenhäusern steigt

Wien, (OTS) "Spitzenmedizin ist in Wien nicht nur
Männersache. Dass immer mehr Führungspositionen in den Wiener Krankenhäusern mit weiblichen Spitzenkräften besetzt werden können, führe ich sowohl auf das exzellente fachliche und intellektuelle Potenzial der Ärztinnen, als auch auf unser Bestellungsverfahren zurück, das ausschließlich auf die fachliche Qualifikation und die Personalführungskompetenz abstellt", kommentierten Wiens Gesundheitsstadtrat Dr. Sepp Rieder und Prim. Dr. Ludwig Kaspar, Generaldirektorstellvertreter des Wiener Krankenanstaltenverbundes, am Dienstag im Rahmen des Pressegesprächs des Bürgermeisters die Bestellung dreier Abteilungsleiterinnen im Krankenhauses Lainz. Es handelt sich
dabei um Univ. Prof. Dr. Maria Deutinger (designierte Leiterin der Abteilung für Plastische und Wiederherstellungschirurgie), Univ. Prof. Dr. Irene Virgolini (seit 1. März 2000 Leiterin des Institutes für Nuklearmedizin) und Univ. Prof. Dr. Ursula Köller (designierte Leiterin des Zentrallaboratoriums).****

Ein weiterer Schritt in diese Richtung sei die Neuregelung
der Bestellung von Facharztausbildungsstellen, so Rieder. Sie erfolge durch die Abteilungsvorstände, müsse aber begründet werden, sodass eine willkürliche Bevorzugung ausgeschlossen sei.

Rieder: Keine ‚Quotenfrauen‘

"Allerdings ist bei den Spitzenpositionen nach wie vor eine gewaltiger Nachholprozess zu absolvieren", so Rieder. "Dabei geht
es nicht um Quoten, sondern darum, dass bei gleicher Qualifikation Frauen auch die gleiche Chance haben. In diesem Sinn sind die
jetzt bestellten Primarärztinnen alles andere als ‚Quotenfrauen‘", betonte Rieder.

Konkrete Maßnahmen

Es genügt nicht, dass man nur davon spricht, sondern man muss auch mit Arbeitsbedingungen und gesellschaftlichen Bedingungen dafür sorgen, dass Frauen in der Lage sind, Beruf und Familie
unter einen Hut zu bringen. "Auch unter diesem Gesichtspunkt
bekenne ich mich zur strikten Beachtung der Krankenanstaltenarbeitszeit und zur Errichtung von Betriebskindergärten", so Rieder.

Wiener Krankenhäuser: In den letzten eineinhalb Jahren nur ausgeglichene Bestellungen in Spitzenpositionen

Seit Beginn 1999 wurden in den Krankenanstalten der Stadt
Wien sechs Spitzenpositionen ausgeschrieben. Drei Stellen konnten mit Frauen und drei mit Männern besetzt werden.

Für zwei Drittel der Spitzenpositionen bewerben sich keine Frauen

"Allerdings ist es nicht einfach, Frauen und Männer gleich
zum Zug kommen zu lassen", so Prim. Dr. Ludwig Kaspar, Generaldirektorstellvertreter des Wiener
Krankenanstaltenverbundes. Bei den Bewerbungen in den Häusern des Wiener Krankenanstaltenverbundes für Spitzenpositionen wie "Ärztliche Direktion", "Ärztliche Leitung einer Abteilung" oder "Apothekenleitung" bewarben sich in den letzten Jahren lediglich
in einem Drittel der Fälle Frauen.

Bei JungmedizinerInnen überwiegend bereits Frauen

Auch wenn der Anteil der Frauen in Spitzenpositionen -Ärztliche Krankenhausleitung, Abteilungsleitung, Apothekenleitung
- immer noch weit unter dem der Männer liegt (rund 13 Prozent Frauen), so ist der Anteil der Medizinerinnen im System
Krankenhaus insgesamt in den letzten Jahren stark angestiegen. So wurden zum Beispiel in den Krankenhäusern der Stadt Wien im Jahr 1983 insgesamt 43 Prozent weibliche Bewerber für die Turnusausbildung registriert, im Jahr 1999 betrug der Anteil der Turnusärztinnen bei Ausbildungsbeginn bereits 64 Prozent.

Aber nicht nur zu Ausbildungsbeginn ist der Frauenanteil gestiegen, auch bei den Facharzt-Ausbildungsplätzen ist eine
starke Verschiebung im Anteil der Geschlechter zu registrieren. Waren 1983 noch 39 Prozent der Facharztausbildungsstellen von
Frauen besetzt, so waren dies 1999 bereits 52 Prozent.

Fachrichtungen mit hohen Frauenanteilen

Innerhalb der Ärzteschaft (FachärztInnen und MedizinerInnen in Facharztausbildung) gibt es Fachrichtungen, die von Frauen dominiert werden: Dazu zählen die Augenheilkunde, die Kinderchirurgie, medizinisch-chemische Labordiagnostik, die Strahlentherapie und Radiologie Fächer mit einem Frauenanteil von über 60 Prozent. Fächer mit einem Frauenanteil über 55 Prozent sind Anästhesie und Intensivmedizin, Gynäkologie und Geburtshilfe, Dermatologie, Kinderheilkunde, Neurologie Nuklearmedizin und Physikalische Medizin.

Allerdings sind Fächer wie die Chirurgie, Neurochirurgie, Orthopädie, Unfallchirurgie und Urologie nach wie vor männerdominierte Berufe mit einem Anteil von mehr als 60 Prozent.

Lebenslauf - Univ. Prof. Dr. Maria Deutinger

Dr. Deutinger wurde in Tirol geboren, besuchte das Gymasium
in Innsbruck (Matura mit Auszeichnung) und schloss 1979 an der Universität Innsbruck ihr Medizinstudium sub auspicis präsidentis ab. Die Ausbildung zum Praktischen Arzt erlangte sie in verschiedenen Salzburger Spitälern, bevor sie 1984 am Wiener AKH mit der Ausbildung zur Fachärztin für Plastische Chirurgie begann und 1988 dort abschloss. 1997 absolvierte Dr. Deutinger die Europäische Prüfung für Handchirurgie in Bologna.

Dr. Deutinger absolvierte mehrere Auslandsaufenthalte:
Studienaufenthalte am Departement of Plastic an Maxillofacial Surgery am Canniesburn Hospital (Glasgow) und an der handchirurgischen Abteilung des B.U.K. in Hamburg; sowie
Aufenthalte in Luzern (Postgraduate instructional course for aesthetic plastic Surgery), Berlin (Instructional course for aesthetic plastic Surgery) an der Universität Amsterdam (Handchirurgie), an der Universität München (Endoskopische Operationen) in Paris (craniofaciale Chirurgie) und in Zürich (Laserkurs).

Zurzeit ist Dr. Deutinger an der Universiätsklinik für plastische und Wiederherstellungschirurgie am Wiener AKH tätig,
ihr Dienstantritt an der Abteilung für Plastische und Wiederherstellungschirurgie am Krankenhaus Lainz ist für 1. Mai 2000 vorgesehen.

Lebenslauf - Univ. Prof. Dr. Ursula Köller

Dr. Köller wurde in St. Pölten/NÖ geboren, absolvierte dort die Unterstufe der Mittelschule, wechselte dann in die Höhere Technische Lehranstalt (Hochbau) nach Salzburg, wo sie auch maturierte. Nach dem Medizinstudium in Wien, das sie 1983
abschloss, war Dr. Köller bis 1986 als Universitätsassistentin am Institut für Immunologie und anschließend am Institut für Klinische Chemie der Uni Wien tätig. Parallel dazu absolvierte sie ihre Ausbildung zur Fachärztin für Medizinische und Chemische Laboratoriumsdiagnostik, die sie 1989 abschloss. Zwischen 1989 und 1991 war sie als Universitätsassistentin am Institut für Immunologie an der Uni Wien tätig.

Zurzeit leitet Dr. Köller als Primarärztin das Institut für medizinische und Chemische Labordiagnostik am LKH-Klagenfurt, ihr Dienstantritt als ärztliche Leiterin des Zentrallaboratoriums am Krankenhaus der Stadt Wien Lainz ist für den 1. Mai 2000 vorgesehen.

Lebenslauf - Univ. Prof. Dr. Irene Virgolini

Dr. Virgolini wurde in Klagenfurt geboren, wo sie auch maturierte. Nach dem Medizistudium an der Universität Wien, das
sie 1987 abschloss, begann sie ihre Ausbildung zur Fachärztin für Nuklearmedizin. Die zwei bis 1994 dafür notwendigen Teilabschnitte "Innere Medizin" und die Zusatzausbildung "Nuklearmedizin" schloss sie 1994 bzw. 1996 ab. (Seit 1994 wird die Ausbildung zur Fachärztin für Nuklearmedizin als eigene Fachrichtung angeboten) Seit 1997 war Dr. Virgolini am AKH-Wien tätig, bis 1991 an der Univ. Klinik für Innere Medizin II, zuletzt als Oberärztin an der Universitätsklinik für Nuklearmedizin.

Seit 1. März 2000 ist Dr. Virgolini als Primarärztin am Insitut für Nuklearmeizin am Krankenhaus der Stadt Wien - Lainz aktiv. (Schluss) nk/mmr

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