Österreichs Osteuropa-Exporte 1999 mit leichtem Plus

WKÖ-Winkler: Ungarn, Slowenien und Tschechien entwickeln sich überdurchschnittlich - Russland und Ukraine stark rückläufig

Wien (PWK) - Die österreichischen Exporte nach Mittel- und Osteuropa erreichten 1999 einen Anteil von rund 16 Prozent an den Gesamtexporten Österreichs. Damit ist Mittel- und Osteuropa weiterhin - nach der EU mit etwa 63 Prozent - die weitaus wichtigste Außenhandelsregion für unser Land. "Entwickelten sich unsere Ausfuhren nach Mittel- und Osteuropa bis zum Halbjahr 1999 rückläufig, konnten sie für das Gesamtjahr 1999 dennoch wieder einen Anstieg um 2,8 Prozent auf 131,3 Mrd Schilling verzeichnen", berichtete Egon Winkler, WKÖ-Direktor für Außenwirtschaft und Europäische Integration, anlässlich der Außenhandelstagung "Mittel-und Osteuropa" in der Wirtschaftskammer Österreich vor Journalisten.

Die Importe aus dieser Region lagen 1999 mit 101,3 Mrd Schilling 6,2 Prozent über jenen des Jahres davor und verfügen damit über einen Anteil von etwa 12 Prozent an den österreichischen Gesamtimporten. "Die Entwicklung des österreichischen Außenhandels mit Mittel- und Osteuropa ist für das schwierigere, durch Russland- und Asienkrise negativ beeinflusste Jahr, relativ glimpflich verlaufen", erklärte Winkler. Der österreichische Handelsbilanzüberschuss mit Mittel- und Osteuropa beträgt aktuell 30 Mrd Schilling.

An der Spitze der österreichischen Exporte nach Mittel- und Osteuropa blieb unverändert Ungarn, das für Österreich der viertwichtigste Absatzmarkt weltweit ist. Mit einem Wert von 40,8 Mrd Schilling konnten die österreichischen Ausfuhren 1999, trotz der nicht ganz einfachen Rahmenbedingungen, eine Steigerung von 6,6 Prozent gegenüber 1998 verzeichnen. Die Einfuhren aus Ungarn nahmen ebenfalls zu und zwar um 8 Prozent auf 29,8 Mrd Schilling. "Bei den führenden Positionen der österreichischen wie der ungarischen Exporte sind die Handelsströme der beiderseits der Grenzen ansässigen Niederlassungen deutlich zu erkennen", führte Winkler aus. Insbesondere gelte dies für die Sektoren Elektro- und Elektronikindustrie sowie die Kfz-Produktion. Auch die österreichische Investitionstätigkeit in Ungarn halte ungebrochen an.

Überdurchschnittlich entwickelten sich auch die österreichischen Exporte zu den ebenfalls sehr wichtigen Handelspartnern Tschechien (+6,6 Prozent auf 23,2 Mrd Schilling), Slowenien (+11 Prozent auf 14,4 Mrd Schilling) und Polen (+5,2 Prozent auf 13 Mrd Schilling).

"Während die Ausfuhren Österreichs nach Rumänien mit 5,1 Mrd Schilling in etwa auf Vorjahresniveau blieben, mussten wir in der Slowakei, in Kroatien und der Bundesrepublik Jugoslawien 1999 Rückgänge hinnehmen", so Winkler. Stark blieben die Exporte nach Russland (-13,2 Prozent) und in die Ukraine (-25,7 Prozent) hinter den Ergebnissen 1998 zurück. Dies liege allerdings nicht an den österreichischen Exporteuren, stellte Winkler klar, sondern die gesamten russischen Importe wurden durch die rund 300-prozentige Abwertung des Rubels kräftig abgebremst.

Erfreuliche Zuwächse verzeichneten die österreichischen Lieferungen nach Bulgarien, die um 12,3 Prozent auf das Rekordergebnis von 2,8 Mrd Schilling stiegen. "Früchte tragen auch die Bemühungen der österreichischen Unternehmen, aktiv bei den Aufbauarbeiten in Bosnien mitzuhelfen. Die Exporte nach Bosnien-Herzegowina nahmen 1999 um 28,3 Prozent auf immerhin bereits 1,8 Mrd Schilling zu", schloss der Außenwirtschafts-Direktor. (Ne)

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